Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.01.2005

10:08 Uhr

Who is Who der Marken

Für Sponsoren zählt der Imagegewinn

VonMaike Telgheder

Für Firmen ist es attraktiv, beim Weltwirtschaftsforum in Davos als Sponsoren dabei zu sein. Schließlich treffen sich hier zahlungskräftige potenzielle Kunden. Was 2005 geschah.

FRANKFURT."Meterhoher Schnee" - das wäre für Peter Hagemeister das schlimmste Szenario für das jährliche Treffen des World Economic Forum (WEF) in Davos. Dann gäbe es selbst für die allradgetriebenen Audi A8 quattro in dem schweizerischen Skiort kein Durchkommen mehr. Im Moment sieht es für den Koordinator des Limousinenservice der Audi AG aber ganz danach aus, dass der A8 in den nächsten Tagen seine Fahrkünste auf Eis und Schnee demonstrieren kann.

Rund 100 Limousinen stellt der Ingolstädter Autobauer zu Verfügung, um die Wirtschaftsgrößen der Welt in Davos von einer Veranstaltung zur anderen zu kutschieren. "Nicht nur der Transfer von Menschen, sondern der Transfer von Image" lautet der Grundsatz für das Engagement von Audi in Davos, für das sich vor 19 Jahren der damalige VW-Chef Ferdinand Piëch eingesetzt hat. Schließlich trifft sich dort auch die potenzielle Kundschaft.

Das Engagement von Audi als "Strategischer Partner" ist wohl eines der sichtbarsten in Davos, neben dem von Hewlett-Packard. Das IT-Unternehmen stellt unter anderem jedem der mehr als 2200 Teilnehmer den mobilen Taschen-PC Ipaq zur Verfügung, mit dem man zu anderen Teilnehmern Kontakt aufnehmen und sich über das laufene Programm informieren kann. Zudem stellt HP jede Menge Compaq-PCs und HP-Drucker auf und installiert technische Netzwerke.

Kugelschreiber, Taschen oder ganze Werbebanner mit Firmenlogos sind in den Veranstaltungen des WEF tabu. "Wir sind keine Verkaufsmesse", begründet Laura Deal vom WEF die eingeschränkten Möglichkeiten der Partnerunternehmen, sich in Davos zu präsentieren. Nur was den Teilnehmern auch wirklich nutze, werde erlaubt, sagt sie. So darf der Nestlé-Konzern Schokolade und Mineralwasser verteilen und DHL den Teilnehmern Frei-Sendungen zubilligen. Draußen auf den Straßen allerdings fahren Busse mit dem Logo von Price Waterhouse Coopers herum.

Insgesamt 1000 Mitgliedsfirmen hat das World Economic Forum, 44 davon sind "Strategische Partner" wie Audi und HP, die das WEF bei vielen Veranstaltungen unterstützen. Hinzu kommen noch 37 so genannte Annual Meeting Partners, die sich speziell auf das Forum in Davos konzentrieren. Die zahlen laut WEF jährlich 250 000 Schweizer Franken in bar oder in Sachleistungen für die Partnerschaft, "Strategische Partner" 500 000 Schweizer Franken. Dafür sind sie in den offiziellen Broschüren des WEF mit Logo vertreten, im Internet-Auftritt sind Kurzdarstellungen erlaubt.

Auch wenn die Teilnehmer selbst 14 000 Schweizer Franken für die Teilnahme in Davos zahlen, ist das fünftägige millionenschwere Event ohne Sponsorengelder nicht zu meistern. "Die Logistik hat mittlerweile ein riesiges Ausmaß angenommen", meint Richard Attias, CEO von der Agentur Publicis Events, der das Annual Meeting seit zehn Jahren organisiert. In diesem Jahr müssen beispielsweise 500 Referenten betreut und über 400 Vorträge und Workshops, Empfänge und Gala- Dinners organisiert werden. Über 3500 Personen, vom Beleuchter bis zum CEO, brauchen in Davos und Umgebung Quartier.

Für die Unternehmen ist es attraktiv, Partner des Forums zu sein, denn nirgend sonst hat man so viele Wirtschaftsgrößen auf einmal, um Netzwerke auszubauen, oder sich in dem Forum, das sich eine bessere Welt auf die Fahnen geschrieben hat, als Mit- und Vordenker zu positionieren. Nicht umsonst gehören eine Reihe von Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen zu den "Strategischen Partnern" des WEF, die das Forum auch inhaltlich unterstützen. Dieses "Content-Sponsoring", wie es WEF-Sprecherin Laura Deal nennt, wird vom Forum ausdrücklich gewünscht, ebenso wie die Teilnahme der Führungsspitzen der Mitgliedsunternehmen in den verschiedenen Foren, Workshops und Sessions.

"Davos ist meine zweite Universität", pflegt Verleger Hubert Burda sein Engagement für Davos zu erklären. Aber weil Studieren nicht nur Büffeln heißt, gehören die Focus-Party und der Skicup auf den Weißfluhjoch zum traditionellen Rahmenprogramm des WEF.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×