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21.02.2002

11:44 Uhr

"Who is who" der schwarzen Schafe

Hohe Bußgelder am Neuen Markt

Seit Mai 2001 werden Unternehmen am Neuen Markt mit hohen Bußgeldern bestraft, wenn sie sich nicht an Regeln für mehr Transparenz halten. Bis zum Ende vergangenen Jahres nahm die Deutsche Börse AG auf diese Weise insgesamt 929 000 ? ein, wie die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) in München berichtet.

ap MÜNCHEN. Anleger sollten die Sanktionen der Deutschen Börse auch weiterhin aufmerksam beobachten. Sie könnten Hinweise auf "faule Eier" im Depot geben. Die Liste der 2001 abgestraften Firmen lese sich wie ein "Who is who" der schwarzen Schafe am Neuen Markt, erklärten die Aktionärsschützer.

Zu den am höchsten bestraften Unternehmen zählten "Skandal"-Gesellschaften wie EM.TV (60 000 ? Bußgeld), Metabox (80 000 ?) oder CAA (100 000 ?). Saftige Geldstrafen kassierten auch Softmatic, Lipro, Kinowelt oder Infogenie.

Zum Teil wurden Jahresabschlüsse oder Quartalsberichte nicht rechtzeitig vorgelegt oder aber Aktienkäufe und-verkäufe durch Firmenorgane nicht ordnungsgemäß innerhalb von drei Tagen nach der Transaktion gemeldet.

Die Aktionärsschützer halten die Strafen für sinnvoll. Anleger hätten ein Recht darauf, zu erfahren, was sich in ihrem Unternehmen abspielt. Allerdings träfen die Geldbußen nicht die Verursacher, kritisiert die SdK. Wenn Vorstände ihre Geschäftsabschlüsse oder Aufsichtsräte ihren Aktienverkauf nicht rechtzeitig meldeten, würden sie nicht persönlich zur Kasse gebeten, sondern ihre Aktiengesellschaft.

Das Bußgeld vermindere Ergebnis, Dividende und Aktienkurs. "Geschädigte" Aktionäre müssten noch einmal bluten. Mit der Regelung könne man erst dann zufrieden sein, wenn die Kosten der Strafaktionen die Richtigen träfen und mit den Erlösen etwas für die Geschädigten getan werde. Die Bußgeldliste Neuer Markt ist auch im Internet zu finden.

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