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07.01.2003

16:17 Uhr

Wichtige Unterstützungen müssen aber halten

Charttechniker glauben an ein gutes Dax-Jahr

Drei Analysten kommen mit unterschiedlichen technischen Methoden zum gleichen Ergebnis: Sie erwarten einen gemischten Januar, dem ein tendenziell steigender Markt folgt. Genannt werden Kursziele für den Dax bis rund 3 800 Punkte.

vwd FRANKFURT. Dennoch werde dies kein Markt für reine "Buy-and-Hold"-Anleger werden. Wichtige Unterstützungen müssten halten, sonst sei das Szenario in Gefahr.

Mit klassischen Methoden und der Marktbreite-Analyse kommt Gerald Huber von der Bayerischen Landesbank zum Ergebnis, dass die Fortsetzung der Erholung seit Oktober "gut vorstellbar" sei, weil es deutliche Signale für eine Pause im Bärenmarkt gebe. Einen Grund sieht er in der Stärke der Bullen am ersten Handelstag des Jahres. Sie hätten die Gelegenheit beim Schopf gepackt, die Shorties aus ihren Baisse-Positionen zu drängen. Im wöchentlichen MACD-Indikator habe dies ein Wegkippen nach unten vermieden, so dass die positive Indikation bestätigt worden sei.

Unterstützung dafür sieht Huber an der Wall Street: Die jüngste Erholungsbewegung sei auf einer marktbreiten Basis erfolgt. Das zeige der McClellan-Oszillator. Zusätzlich habe er eine bullische Divergenz ausgebildet: Sie bedeute, "dass für Baissiers Unheil ins Haus steht", sagt Huber. Ebenso deutlich seien sie von der Dow-Theorie gewarnt worden. Das jüngste Tief des Dow-Jones-Industrial-Index sei nicht mehr durch ein Tief im Dow-Transportation-Index bestätigt worden. Genau das verlange aber die Dow-Theorie, um vom intakten Abwärtstrend zu sprechen. Wegen der kurzfristigen Natur dieses positiven Signals könne er jedoch kein Buy-and-Hold empfehlen, sagt Huber. Trader könnten ihr Glück jedoch wieder auf der Long-Seite suchen.

Klaus Deppermann von der BHF-ING-Bank erkennt die Chancen nach oben auf Grund von Zyklus-Analysen. Nur im Januar sieht er noch widersprüchliche Signale. Für Aktien sprächen eine Reihe verschiedener Zeit-Zyklen, die 2003 auf Grün stünden. Der Zehn-Jahres- und vor allem der Vier-Jahres-Zyklus hätten ihre Tiefs gesehen. Besonders positiv könnte sich der Vierjährige auswirken: "Das erste Jahr im Vier-Jahres-Zyklus ist meist das Beste", sagt Deppermann. Bis nach dem ersten Halbjahr 2003 seien daher zweistellige Prozentgewinne im Dax denkbar. Nur im Januar sieht der Analyst noch Widersprüche aus Intermarket- und Sentiment-Analyse. Unter anderem zeige die Positionsanalyse von S&P-500-Futures, dass derzeit viele kleine Trader long und viele Professionelle short seien. Daher komme vom Sentiment noch kein langfristiges Kaufsignal.

Zu einem ebenso positiven Ergebnis kommt die Elliott-Wellen-Analyse von Martin Siegert von der Landesbank Baden-Württemberg. Siegert kann sein hoffnungsfrohes Szenario auf zwei genaue Kursmarken im Dax eingrenzen: Solange der Dax nicht unter die Marke von 3 033 Punkten falle, gelte das positive Bild, sagt Siegert. Es erlaube dem Dax, bis an die 3 222er-Marke zu laufen. Danach seien mit einer Pause am Widerstand bei 3 407 Punkten Kurse bis 3 760/3 800 Punkten möglich.

Die Begründung sieht Siegert in einer abgeschlossenen a-b-c-Korrektur im Dax. Der Korrekturzyklus seit Oktober 2001 sei komplett beendet. Die einzelnen Kursziele ergäben sich aus Kurs-Retracements und Zeitprojektionen der Elliott-Theorie. Die 3 222er-Begrenzung nennt Siegert "die letzte Hürde für den Dax". Erst bei 3 800 Punkten müsse das Bild überprüft werden. Dort sei ein "Hängenbleiben" möglich. Positiv für Aktien könne sich zudem das nahende Ende des Aufwärtstrends bei Renten auswirken. Siegert sieht seine Zielzone für den Bund-Future bei 113,18 Prozent erreicht. Mittelfristig fehle einer ideal-typischen Elliott-Analyse noch der kurze Ausreißer nach oben. Dies ändere aber nichts am Gesamtbild, sagt Siegert. Die Renten-Märkte seien "oben".

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