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17.01.2003

17:00 Uhr

Wichtige US-Daten stehen an

Dax-Ausblick: Technologiewerte im Blickpunkt

Anleger werden in der kommenden Woche mit Argusaugen auf die Geschäftszahlen der zuletzt von ihnen bevorzugten Technologiewerte wie Infineon und SAP blicken.

Reuters FRANKFURT. "Der Markt hat im Moment viel Vertrauen in die Technologiewerte. Auf kurze Sicht haben sie immer noch Aufwärtspotenzial, aber auf lange Sicht sind wir sehr nervös", sagt Steve Russell, Europastratege bei HSBC in London. Die Papiere des Softwarehersteller SAP verteuerten sich seit Jahresbeginn um knapp 18 Prozent, die Aktien des Chipherstellers Infineon 16 Prozent an Wert zu. Lediglich die Titel des Technologiekonzerns Siemens, dessen Geschäftszahlen am Donnerstag erwartet werden, hinkte mit einem Plus von knapp drei Prozent hinterher. Auf dem Deutschen Aktienindex (Dax) lastet dabei auch weiterhin der mögliche Krieg im Irak. "Je näher das Datum eines möglichen Eingriffs der USA im Irak rückt, desto mehr ist die Angst an den Märkten zu spüren", sagt der Aktienstratege Roland Ziegler von der ING BHF-Bank.

Technologiewerte im Mittelpunkt

Nachdem in der zurückliegenden Woche ein verhaltener Ausblick von Intel die Märkte enttäuscht hatte, steht am Montag Infineon mit Quartalszahlen im Blickpunkt. Analysten gehen von aus, dass das Unternehmen durch Kosteneinsparungen seinen Vorsteuerverlust (Ebit) auf 69 Millionen Euro nach 564 Millionen Euro im Vorjahresquartal deutlich reduzieren konnte.

Für die am Donnerstag anstehende Veröffentlichung der Siemens-Quartalszahlen erwarten Analysten einen deutlichen Umsatzrückgang. Im Mittel erwarten die Analysten einen Umsatz von 19,6 Milliarden Euro nach 20,5 Milliarden Euro im Vorjahr. Der Softwarekonzern SAP hatte bereits in dieser Woche das Erreichen seiner Prognosen für 2002 angekündigt.

Mit Zahlen zur Auftragslage 2002 wartet am Dienstag der Maschinen- und LKW-Hersteller MAN auf. Im November hatte er seine Gewinnprognose für 2002 leicht gesenkt.

Impulse für den deutschen Aktienmarkt erwarten Analysten zudem von einer Reihe von Unternehmensergebnissen in den USA. Unter anderem geben die Bank Citigroup, der Handybauer Motorola, die Mischkonzerne 3M und Tyco Quartalszahlen bekannt. "Interessant werden die Ausblicke der Firmen sein. Ich rechne damit, dass sich die Unternehmen sehr vorsichtig äußern werden, um nicht zu viel Anlass zu Optimismus zu geben", sagte Ziegler.

Analysten: Dax verharrt um 3000 Punkte

Analysten gehen davon aus, dass das Aufwärtspotenzial im Dax in der kommenden Woche auf Grund der unsicheren weltpolitischen Lage begrenzt bleibt. "Ich erwarte, dass der Dax sich um die Marke von 3000 Punkten seitwärts bewegen wird und vielleicht auch mal auf 3150 steigen kann", sagt der Analyst Alfred Kaiser vom Bankhaus Fritz Nols. Aktienstratege Ziegler nennt die gestiegene Angst vor einem Krieg im Irak als Belastungsfaktor: "Viele Investoren wollen erst einmal abwarten, was im Irak passiert, bevor sie wieder in Aktien investieren."

Impulse für eine deutliche Erholung des Dax ist Analysten zufolge auch nicht von der Konjunkturseite zu erwarten. Der für Dienstag erwartete Bericht des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) könnte die konjunkturelle Schwäche Deutschlands nochmals unterstreichen, schreiben die Analysten der DZ Bank in ihrem Wochenausblick. Am Donnerstag veröffentlicht die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Monatsbericht. Alle Signale auf ein weiterhin angespanntes Wirtschaftsklima steigern die Erwartungen auf eine weitere Zinssenkung der EZB, sagen Analysten.

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