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03.04.2003

11:30 Uhr

Wichtigste Brocken neuen Besitzer

Kirch-Gruppe in Einzelteile zerschlagen

Die einst mächtige Kirch-Gruppe ist nach ihrem Zusammenbruch weitgehend in Einzelteile zerlegt worden.

HB/dpa MÜNCHEN. Die wichtigsten Brocken haben inzwischen einen neuen Besitzer gefunden:

KIRCH MEDIA: Das einstige Herzstück der Kirch-Gruppe ist nach einem monatelangen Bieterwettstreit im März an den US-Milliardär Haim Saban verkauft worden. Für einen geschätzten Kaufpreis von zwei Mrd. ? übernimmt der Medienunternehmer den größten deutschen TV-Konzern Pro Sieben Sat1 und die Filmrechtebibliothek mit den Rechten für rund 18 000 Filme und Serien. Die Verhandlungen über einen Verkauf des Deutschen Sportfernsehens DSF, das ebenfalls zur Kirch-Media gehört, befinden sich in der Endphase.

PREMIERE: Der Abo-Sender Premiere fand im Februar einen neuen Besitzer. Die Investorengruppe Permira übernahm gut 65 % der Anteile. Rund 10 % gingen an Premiere-Chef Georg Kofler, der die Sanierung des Senders auch unter dem neuen Besitzer voran treiben wird. Im Rahmen der Neuordnung übernehmen die Hypo-Vereinsbank und die Bayerische Landesbank als größte Gläubiger jeweils 10 % der Premiere-Anteile. Kofler ist zuversichtlich, dass er den Sender, befreit von den Altlasten, schon bald in die Gewinnzone führen kann.

SPRINGER-BETEILIGUNG: Bei einer öffentlichen Versteigerung erwarb die Deutsche Bank im Oktober vergangenen Jahres mangels anderer Käufer das 40-prozentige Aktienpaket Leo Kirchs am Axel Springer-Verlag. Das Geldhaus hatte die Auktion selbst in Auftrag gegeben, da das Paket als Sicherheit für einen Kredit von 735 Mill. ? an Kirch diente. Einen Teil des Pakets verkaufte die Bank direkt im Anschluss an die Verlegerwitwe Friede Springer.

FORMEL 1-MEHRHEIT: Bei der Formel 1 sitzen noch immer die Gläubigerbanken am Steuer, da sie ihre Kredite an die KirchGruppe mit der Beteiligung besichert hatten. Sie wollen das Geschäft im Zweifel auch selbst weiterführen.

SPORTRECHTEHANDEL: Für einen dreistelligen Millionenbetrag übernahm der Ex-Fußballstar Günter Netzer zusammen mit Geschäftspartnern im Oktober vergangenen Jahres die Rechte an der Fußball-Bundesliga und der WM 2006. Das Management um Netzer wird vom früheren Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus als Finanzier unterstützt.

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