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02.01.2008

15:17 Uhr

Wie Anleger das Risiko eines sinkenden Dollars in den Griff bekommen

Das Dollarrisiko minimieren

VonHeino Reents

Warren Buffett hatte mal wieder die richtige Nase: Bereits 2006 warnte der CEO von Berkshire Hathaway auf der Aktionärsversammlung seiner Gesellschaft vor einem deutlichen Wertverfall des US-Dollar. Die Investment-Legende kündigte zugleich an, vermehrt in Auslandsaktien und ausländischen Firmen zu investieren, um so das Dollar-Risiko einzudämmen.

Die Strategie dürfte aufgegangen sein. Denn die US-Währung hat weiterhin deutlich zum Euro eingebüßt. Der Euro notiert mit aktuell rund 1,50 US-Dollar auf einem Allzeithoch. ollte Buffett also in Werte aus dem Euro-Raum investiert haben, kommen für ihn zu den Kurssteigerungen zusätzlich auch Währungsgewinne hinzu.

Beim S&P 500-Index dagegen hat der deutsche Anleger trotz des zwischenzeitlichen Rekordhochs keinen so guten Schnitt gemacht: Der schwache Dollar hat mögliche Kursgewinne aufgefressen – vorausgesetzt, die Investoren haben sich nicht entsprechend abgesichert. „Anleger müssen sich bewusst sein, dass sie bei Investments außerhalb des Euroraumes ein Währungsrisiko eingehen“, sagt Dirk Arning, Analyst bei Drescher & Cie.

„Ich würde auf alle Fälle jedem Privatanleger raten zu überprüfen, welches direkte Dollar-Risiko er im Depot hat“, sagt Christian Kratz, Vorstand des Vermögensverwalters Rhein Asset Management aus Düsseldorf. Dazu zählen in Dollar notierte US-Anleihen ebenso wie beispielsweise in Frankfurt gelistete US-Aktien – obwohl sie in Euro notiert sind. „Viele Anleger gehen da sehr blauäugig heran“, sagt Kratz. Tatsächlich aber ist der Kurs nur in Euro umgerechnet worden – das Dollarrisiko ist nach wie vor vorhanden. Besonders verbreitet ist bei Anlegern auch der Irrglaube, bei auf Euro lautenden Fonds seien Währungsverluste ausgeschlossen. Dabei hängt das Währungsrisiko nicht von der Anlagewährung ab, sondern einzig und allein von den im Fonds enthaltenen Wertpapieren.

Kratz empfiehlt deshalb, sich auch bei Aktien- oder Rentenfonds genau darüber zu informieren, wie viel Prozent des Fonds dollarabhängig sind und ob und wie das Währungsrisiko gehedgt wird. Gleiches gelte für Zertifikate, die beispielsweise in einen Korb aus mehreren globalen Indizes investieren.

Das bedeutet: Wer sich einen Investmentfonds oder ein Zertifikat ins Depot legen will, sollte darauf achten, wie das Management mit dem möglichen Währungsrisiko umgeht. In der Zertifikatebranche ist die Unterscheidung einfach, dort gibt es nur ein entweder – oder: Die so genannten Quanto-Zertifikate sichern Währungsverluste komplett ab, bei den anderen Produkten wird das Währungsrisiko vollständig vernachlässigt.

Die Kosten für diese Währungsabsicherung sind jedoch nicht sonderlich transparent. Während ABN Amro die Quanto-Gebühren tagesaktuell für jedes Produkt auf seinen Internetseiten ausweist, verzichten die meisten anderen Emittenten auf den expliziten Ausweis dieser Kosten. Stattdessen werden beispielsweise bei Goldman Sachs, die zahlreiche Quanto-Zertifikate im Angebot haben, die Management-Fees ausgewiesen - in der die Quanto-Gebühren dann eingerechnet sind.

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