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07.01.2008

14:31 Uhr

Wie der erste Primary funktioniert

Entscheidung im „Granitstaat“

Alle vier Jahre sorgt der kleine US-Ostküstenstaat New Hampshire mit seinen 1,2 Millionen Einwohner für internationale Schlagzeilen. Im Vergleich zu Iowa gibt es einen entscheidenden Unterschied.

HB WASHINGTON. Im „Granitstaat“ New Hampshire findet traditionell die erste „Primary“ statt, das heißt die erste Vorwahl vor der Präsidentschaftswahl, bei der die eingetragenen Parteimitglieder geheim in Wahllokalen jeweils über ihren Wunschkandidaten abstimmen. Das unterscheidet die „Primary“ vom „Caucus“, wie er traditionell zum Auftakt der parteiinternen Kandidatenkür im Staat Iowa abgehalten wird. Hier votieren die Bürger in bis zu 2000 einzelnen Parteiversammlungen.

Lag die Entscheidung zuvor nur in den Händen der Führungspersonen der Parteien, wurde die „Primary“ in New Hampshire im Jahr 1913 aufgrund des Vorstoßes eines Farmers eingeführt, der für eine direkte Beteiligung aller Parteiangehörigen kämpfte. Andere US-Staaten folgten dem Beispiel. Seit 1920 hat es sich eingebürgert, dass New Hampshire, wegen seiner Granitgebirge auch Granitstaat genannt, stets die „Primary“-Vorwahlserie eröffnet.

Abstimmen dürfen alle registrierten Wähler, das heißt nicht nur eingetragene Demokraten und Republikaner: Wer nicht einer Partei angehört, ist als „unabhängig“ registriert und kann ebenfalls bei Demokraten oder Republikaner teilnehmen und einen Kandidaten wählen. Fast 45 Prozent der registrierten Wähler in New Hampshire gehören der Gruppe der „Unabhängigen“ an, die daher bei dieser Vorwahl als entscheidend gelten.

Die Abstimmung in New Hampshire hat vor allem als „Ausleseverfahren“ Bedeutung. Wer hier schlecht abschneidet, kann sich meistens nicht mehr erholen und hat Probleme, sich Spenden für eine Fortsetzung des Wahlkampfes zu sichern. So war die „Primary“ in New Hampshire zum Beispiel für John Glenn (1984), Bob Dole (1988) und Steve Forbes (1996 und 2000) der Anfang vom Ende.

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