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03.01.2007

14:09 Uhr

Wiebes Weitwinkel

Anlegen ist richtig Arbeit

Nun schauen wir wieder nach vorn ins neue Jahr. Und wieder stellt sich die Frage: Wie legen wir unser Geld an? Außer der uralten, wichtigsten Regel, das Vermögen über mehrere Anlageformen zu streuen, lassen sich zwei Punkte festhalten.

Die Aktienanalysten sind verhalten optimistisch wie fast jedes Jahr. Im Grunde gibt es nur zwei Szenarien. Entweder die Börse hat im Vorjahr enttäuscht – dann ist man vorsichtig. Oder sie ist im vergangenen Jahr schon gut gelaufen – dann ist man besser auch vorsichtig. Im Moment haben wir das zweite Szenario. Aber wenn man zu vorsichtig ist, kommt auch nicht viel herum: Zinsanlagen werfen kaum etwas ab.

Zwei Punkte lassen sich festhalten – außer der uralten, wichtigsten Regel, das Vermögen über mehrere Anlageformen zu streuen. Zum einen sind die meisten Märkte, genährt durch eine großzügige Geldpolitik, schon ziemlich aufgepumpt. Wir haben zurzeit keine riesige Blase in einem einzelnen Bereichen des Kapitalmarkts – wahrscheinlich nicht, ganz genau weiß man das immer nur im Nachhinein. Wir haben eher so einen diffusen Überschuss an Liquidität quer durch alle Formen der Anlage – das spricht für langfristig bescheidene Renditechancen.

Der zweite Punkt: Anlegen ist richtig Arbeit geworden. Das zeigt sich am Erfolg der Private-Equity-Branche: Die Leute dort investieren nicht nur Geld, sondern auch Arbeit in ihre Beteiligungsunternehmen. Ähnlich bei Hedge-Fonds: Sie spielen zunehmend eine aktive Rolle als Investoren. Das Problem in beiden Bereichen: Die Manager lassen sich diese Arbeit gut bezahlen, und für private Anleger ist mit kleineren Summen oft nur der indirekte Einstieg möglich. Ist also die Frage, ob am Ende genügend Rendite übrig bleibt.

Ein weiterer Bereich hat in den letzten Jahren Karriere gemacht, der auch mit viel Arbeit verbunden ist: Immobilien. In anderen Ländern sind die Märkte schon hochgelaufen. In Deutschland sind bereits im großen Stil ausländische Finanzinvestoren eingestiegen. Aber hier können private Anleger, wenn es sich um Wohnungen handelt, selbst aktiv werden. Wer diesen Bereich kennt, weiß: Immobilien machen eine Menge Arbeit; es ist nicht besonders cool, sich um feuchten Putz oder Nebenkostenabrechnungen zu kümmern. Aber heute wissen wir besser als vor ein paar Jahren, dass sich diese Arbeit lohnt – weil es keine leicht verdienten Renditen mehr gibt.

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