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25.01.2002

15:52 Uhr

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Wintershall erhöht Marktanteil deutlich

Die BASF-Energietocher Wintershall hat nach Angaben ihres Vorstandsmitglieds Burkhard Genge ihren Marktanteil in Deutschland deutlich erhöht. "Wir haben im vergangenen Jahr Auslieferungen gehabt, die bei plus zehn Prozent lagen", sagte Genge am Freitag in Berlin.

rtr BERLIN. Bei einem lediglich rund vierprozentigen Wachstum des deutschen Gasmarktes sei der Wintershall-Marktanteil damit auf knapp 15 % nach rund neun Prozent im Vorjahr hochgeschnellt. Dies gelte aber nur dann, wenn man angelaufene Verträge bereits mit ihrem vollen Lieferumfang einbeziehe, ergänzte eine Firmensprecherin. Ein russischer Wintershall-Berater erklärte zudem, derzeit prüften Wintershall/BASF ein neues großes Gasexplorationsprojekt in Russland. Entschieden sei allerdings noch nichts.

Genge äußerte sich in Berlin auf einer Pressekonferenz zum zehnjährigen Bestehen einer engen Zusammenarbeit mit dem russischen Energiekonzern Gazprom. Zu dem derzeit geprüften Explorationsprojekt im Raum Urengoy sagte Genge: "Wir müssen aber noch abwarten, was aus diesem Fall wird." Zuvor hatte Wintershall-Berater Nikolai Beli erläutert, in der Diskussion sei ein Vorhaben, das erhebliche Investitionen erfordern dürfte. Im Gespräch sei eine Laufzeit von 40 Jahren für das Vorhaben. Es handle sich um "ein recht schwieriges Vorkommen" von Erdgas. Die Projekt-Vorarbeiten sollten im Mai abgeschlossen werden. Dann würden die Spitzengremien der Partner entscheiden. Mit dem laufenden Geschäft seines Unternehmens äußerte sich Genge zufrieden. Nachdem der Erdgasabsatz am deutschen Markt in den Jahren 1996/97 bis 2000 vor allem wegen einer relativ warmen Witterung nur wenig Dynamik aufgewiesen habe, sei das im vergangenen Jahr anders gewesen. "Besser hat es ausgesehen im vergangenen Jahr, wo wir insgesamt in der Bundesrepublik ein Absatzwachstum von vier Prozent haben dürften", sagte Genge. Da Wintershall deutlicher zugelegt habe, sei der Marktanteil des Unternehmen entsprechend erhöht worden. "Aber bei vielen Verträgen, die wir geschlossen haben, sind wir immer noch in der Aufbauphase", sagte Genge. Deren voller Lieferumfang sei in der genannten Marktanteilszahl aber enthalten, sagte die Sprecherin.

Als Ziel hatte das Unternehmen bislang immer einen Marktanteil in Deutschland von 15 bis 20 % genannt, dem es mit den von Genge genannten Zahlen schon sehr nahe gekommen ist. "Wir bei Wintershall sind weiter auf genau der Planungsgröße, die wir uns vorgenommen haben", sagte er. Gazprom-Vorstandsmitglied Bogdan Budsuljak erklärte auf Nachfrage, sein Unternehmen würde es begrüßten, wenn der Gaspreis künftig stärker vom Ölpreis entkoppelt werden könnte. "Für die Zukunft sehe ich aber keine sehr große Chancen, von dieser Preisbindung wegzukommen", gestand er ein. Dies liege auch daran, dass viele lang laufende Verträgen die Ölpreisbindung mit beinhalteten. Busuljak wie Genge äußerten sich sehr zufrieden über die bisherige Zusammenarbeit zwischen den Firmen.

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