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30.04.2003

17:10 Uhr

„Wir kommen nicht weiter“

Tarifverhandlungen für Druckindustrie festgefahren

Die Tarifverhandlungen für die Druckindustrie sind sechs Wochen nach ihrem Beginn festgefahren. Auch in der dritten Runde in Frankfurt gab es am Mittwoch keine Annäherung. Beide Seiten machten sich gegenseitig für den Stillstand verantwortlich.

HB/dpa FRANKFURT. "Wir kommen nicht weiter", stellte Verdi - Verhandlungsführer Frank Werneke fest. Der Bundesverband Druck und Medien (bvdm) warf der Gewerkschaft eine Blockadetaktik vor. Die Verhandlungen sollen am 26. Mai in München fortgesetzt werden. Die Friedenspflicht endet an diesem Sonntag (4. Mai). Am 7. Mai will die Tarifkommission der Gewerkschaft über Warnstreiks beraten.

Verdi fordert für die rund 200 000 Beschäftigten rückwirkend zum 1. April drei Prozent mehr Geld für ein Jahr. Die Arbeitgeber haben einen zweijährigen Abschluss mit sechs Nullmonaten und stufenweisen Anhebungen von einem und 1,2 % angeboten. Dies würde nach Gewerkschaftsangaben auf Gehaltserhöhungen von 0,5 % in diesem und 0,8 % im nächsten Jahr hinauslaufen. "Das ist ein unakzeptabel niedriges Angebot", sagte Werneke. Die Gewerkschaft verlangt eine deutliche Erhöhung im Volumen.

Die Arbeitgeber betonten, das Angebot sei verhandlungsfähig und der schlechten wirtschaftlichen Lage der Branche angemessen. "Ein zweites Angebot wird es nicht geben", sagte bvdm-Verhandlungsführer Wolfgang Pütz. Auf weitere Kostenbelastungen müssten die Betriebe mit Entlassungen reagieren. Werneke betonte, Verdi sei unverändert an einem zügigen Abschluss interessiert, um Arbeitsplätze zu sichern. Bei den Arbeitgebern sei aber kein Bemühen erkennbar, zu einer für die Beschäftigten akzeptablen Lösung zu kommen. Die Arbeitgeber bräuchten offenbar erst Warnstreiks, um sich bewegen zu können.

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