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14.01.2003

09:36 Uhr

Wirtschaft liegt am Boden

Kein Öl, kein Brot, kein Diesel

Die wirtschaftliche Lage in Nordkorea lässt sich mit einem Wort beschreiben: katastrophal. Wegen jahrzehntelanger Misswirtschaft herrscht akuter Energienotstand. Die Folge: Die Industrieanlagen können nur mit schätzungsweise 15 % ihrer Kapazitäten laufen. Die marode Infrastruktur ist völlig veraltet und lähmt den gesamten Wirtschaftskreislauf.

kte DÜSSELDORF. Seiner Staatsideologie zufolge strebt das stalinistische Regime eigentlich nach einer völlig autarken Wirtschaft ("Juche"). Doch tatsächlich hängt Nordkorea am Tropf des Auslands. Ohne Lieferungen von Nahrung, Dünger und Öl würden noch mehr Menschen verhungern.

Zuverlässige Wirtschaftsdaten über Nordkorea liegen nicht vor. Nach Schätzungen der südkoreanischen Zentralbank erwirtschaftete das Land 2001 ein Bruttoinlandsprodukt von 13,4 Mrd. Dollar. Das ist ein leichtes Wachstum zum Vorjahr von 3,7 %. Allerdings bleibt das Pro-Kopf- Einkommen mit nur 706 Dollar im Jahr extrem gering - in Südkorea liegt es fast 13-mal höher.

Dabei war der Norden vor dem Korea-Krieg (1950 bis 1953) industriell wesentlich stärker entwickelt als der Süden - nicht zuletzt dank der reichen Rohstoffvorkommen. Heute trägt die verarbeitende Industrie nur noch 18 % zum BIP bei.

Nordkoreas Wirtschaft ist nur schwach mit dem Weltmarkt verflochten. Der Außenhandel macht lediglich 7 % des BIP aus. Haupthandelspartner sind China und Japan.

Wegen des chronischen Devisenmangels richtete Nordkorea Anfang der 90er-Jahre die Wirtschaftssonderzone Rajin/Sonbong für Auslandsinvestoren ein - mit mäßigem Erfolg.

Beeindruckt vom boomenden Nachbarn China wagte Nordkorea im Sommer 2002 erste zaghafte Wirtschaftsreformen: Betriebe sollen künftig ohne Subventionen auskommen. Die Löhne wurden stark angehoben, die Preise freigegeben und der Won-Kurs abgewertet. Alles Schritte, die bis vor kurzem noch als undenkbar galten. Doch Nordkorea-Kenner sind skeptisch: Sie erwarten keinen grundlegenden Wandel in der parteigelenkten Kommandowirtschaft.

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