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02.02.2001

17:32 Uhr

Wirtschaftsbehörde und Gewerkschaft bieten Hilfe an

Rettungsplan für Kaufhaus Brinkmann

Die Hamburger Wirtschaftsbehörde und die Gewerkschaft HBV arbeiten mit Hochdruck an der Rettung von 4 000 Arbeitsplätzen. Übernahmegerücht von Walmart oder Karstadt-Quelle wurden bislang nicht bestätigt.

ap HAMBURG. Nach dem Insolvenzantrag der Kaufhauskette Ernst Brinkmann laufen die Planungen zur Rettung des Unternehmens mit seinen rund 4 000 Beschäftigten auf Hochtouren. Die Hamburger Wirtschaftsbehörde und die Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV) bekräftigten am Freitag ihren Willen, dem in Zahlungsschwierigkeiten geratenen Unternehmen zu helfen. Brinkmann betreibt bundesweit 41 technische Kaufhäuser und Fachmärkte.

"Die starke Expansion der jüngsten Zeit hat die Liquidität überraschend stark angegriffen", hieß es in einer Erklärung der Kaufhauskette. Bedingt durch die konjunkturellen Einbrüche der vergangenen Jahre seien "die Erträge der Firmengruppe negativ" geworden und hätten "ihr Eigenkapital aufgezehrt". Man gehe aber davon aus, dass es im Insolvenzverfahren gelinge, "den überwiegenden Teil der Unternehmen der Firmengruppe zu erhalten", hieß es weiter. Brinkmann betonte, dass die Gehälter der Mitarbeiter während der Sanierungsphase gesichert seien und der Geschäftsbetrieb in allen Bereichen aufrechterhalten bleibe.

Der Hamburger Wirtschaftssenator Thomas Mirow kündigte an, Brinkmann helfen zu wollen. Die Wirtschaftsbehörde werde "auf die im Unternehmen Beteiligten zugehen, um zu klären, welchen Beitrag wir im Rahmen unserer Möglichkeiten leisten können". Man sei jedoch nicht in der Lage, "fehlendes Kapital durch Steuermittel zu ersetzen". Die Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV) erklärte, Brinkmann sei "sanierungsfähig", und man werde den Erhalt des Unternehmens unterstützen. Der Senat wurde aufgefordert, "gegebenenfalls eine Überbrückungshilfe zu organisieren".

Traditionsreiches Hamburger Familienunternehmen

Das traditionsreiche Familienunternehmen wurde 1929 in Hamburg gegründet, und verfügt hier nach eigenen Angaben über das größte technische Kaufhaus Deutschlands. Die Gruppe betreibt neben den 41 Kaufhäusern in Deutschland 15 Filialen in Finnland. Das Angebot reicht von Unterhaltungselektronik über Haushaltswaren bis zu Spielwaren. Das Unternehmen hat sich insbesondere durch seine personalintensive Fachberatung in allen Abteilungen einen Namen gemacht. In den vergangenen Jahren war Brinkmann insbesondere in Ostdeutschland stark expandiert.

Zu Presseberichte, die US-Einzelhandelskette Wal-Mart und der Karstadt-Quelle-Konzern seien an einer Übernahme von Brinkmann interessiert sein sollen, sagte eine Wal-Mart-Sprecherin, man äußere sich nicht zu solchen Gerüchten. Karstadt-Quelle erklärte, man habe kein Interesse an einer Übernahme der Kaufhauskette.

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