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30.01.2001

16:42 Uhr

Reuters TOKIO. Japanische Regierungspolitiker haben am Dienstag die Notenbank des Landes zu einer Lockerung ihrer Geldpolitik aufgefordert. Die Wirtschaftsprognosen der Bank of Japan (BoJ) seien zu optimistisch, sagte Hideyuki Aizawa. Aizawa ist der Vorsitzende eines Ausschusses der größten Regierungspartei LDP, der sich mit Möglichkeiten zur Stützung der Aktienkurse in Japan befasst. "Wir haben (der BoJ) gesagt, es gäbe Probleme mit ihrer wirtschaftlichen Einschätzung und einige Ausschussmitglieder haben sie aufgefordert, quantitative Lockerungsschritte zu erwägen", sagte Aizawa. Neue Konjunkturdaten lieferten unterdessen widersprüchliche Signale über den Zustand von Japans Wirtschaft.

Bei einer quantitativen Lockerung der Geldpolitik würde die Zentralbank einen Zielwert für Indikatoren wie Inflation oder Geldmengenwachstum bestimmen. Dieser Zielwert würde dann aber nicht durch Zinssenkungen erreicht, sondern durch eine Erhöhung der Liquidität. Ein Vertreter der BoJ habe dem Ausschuss erklärt, die BoJ sehe die Wirtschaftslage nicht so optimistisch wie vom Ausschuss angenommen und achte bereits jetzt genau darauf, die Märkte mit genügend Liquidität zu versorgen, sagte Aizawa weiter.

Währunsgpolitiker nicht zum ersten Mal unter Druck

Dies ist nicht das erste Mal, das die japanischen Währungshüter von Politikern unter Druck gesetzt werden. Erst im August vergangenen Jahres beendete die BoJ gegen starken Widerstand vieler Politiker ihre Nullzinspolitik und erhöhte den Leitzins erstmals seit zehn Jahren auf 0,25 %.

Neue Konjunkturdaten zu den Verbraucherausgaben und der Arbeitslosigkeit lieferten unterdessen unterschiedliche Signale über den Zustand der japanischen Wirtschaft. Im Dezember waren die Ausgaben der Privathaushalte nach Regierungsangaben im Vergleich zum Vormonat sowie zum Vorjahr gestiegen. In den letzten drei Monaten des Jahres gaben die Verbraucher jedoch insgesamt weniger aus als im Vorjahr. Die japanische Regierung hielt in Reaktion auf die Zahlen an ihrem Wachstumsziel für das bis März laufende Fiskaljahr 2000/2001 von 1,2 % fest. Der private Konsum zählt zu den wichtigsten Faktoren für die wirtschaftliche Erholung Japans. Die Arbeitslosigkeit blieb mit 4,8 % im Dezember nahe ihres Rekordhochs von 4,9 %, auf das sie Anfang 2000 geklettert war.

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