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31.01.2002

19:00 Uhr

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft reagiert auf Enron-Skandal

PwC will Beratungssparte an die Börse bringen

Die weltgrößte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PwC) will ihr Beratungsgeschäft noch im Frühjahr abspalten und an der Börse platzieren. Entsprechende Pläne wolle das Unternehmen seinen Kunden in einem Schreiben erläutern, kündigte PwC-Chef Samuel A. DiPiazza Jr. in einem Interview an.

bba NEW YORK. Pricewaterhouse Coopers versucht bereits seit längerem das Wirtschaftsprüfungs- vom Beratungsgeschäft zu trennen und hatte unter anderem vor eineinhalb Jahren mit Hewlett-Packard über eine Partnerschaft verhandelt. Vor dem Hintergrund des Enron-Skandals sollen die Bemühungen nun aber offenbar forciert werden. Kritiker hatten bemängelt, dass der PwC-Konkurrent Arthur Andersen offiziell die Rechnungslegung des Energiehandelskonzerns prüfte, gleichzeitig aber mit Enron auch einen lukrativen Beratervertrag abgeschlossen hatte.

"Wir spüren - wie viele andere auch-, dass die Enron-Pleite eine enorme Vertrauenskrise nach sich zieht", sagte PwC-Chef DiPiazza. PwC werde sich dafür stark machen, dass Wirtschaftsprüfungsgesellschaften nicht länger IT- und Managementberatung für solche Kunden erbringen dürfen, für die sie die Rechnungslegung prüfen.

Die Beratungssparte von Pricewaterhouse Coopers, PwC Consulting, erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Bruttoumsatz von rund 6,67 Mrd. $. Das ist knapp ein Drittel des Gesamtumsatzes von PwC in Höhe von 22,32 Mrd. $. Bei PwC Consulting arbeiten weltweit 35 000 Mitarbeiter, ein Fünftel der Gesamtbelegschaft. Seit Anfang der Woche ist Thomas O?Neill neuer CEO von PwC Consulting.

Die Diskussion um die Trennung von Wirtschaftsprüfung und Beratung wird in den USA schon seit rund zwei Jahren geführt. Andere Wirtschaftsprüfer wie KPMG und Ernst & Young haben ihr Beratungsgeschäft bereits abgespalten. Auch Arthur Andersen hat einen Teil seines Beratungsgeschäft in der Accenture Ltd an die Börse gebracht.

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