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10.01.2003

16:59 Uhr

Wissenschaftler: 4,2 Millionen Arbeitslose im Jahresdurchschnitt

Wachstumsprognosen der Institute und der „Weisen"

Im Gegensatz zur Bundesregierung, die bisher für 2003 von 1,5 Prozent Wirtschaftswachstum ausging, haben die sechs führenden Wirtschaftsforschungsinstitute und der Rat der fünf "Wirtschaftsweisen" einen deutlich geringeren Anstieg vorhergesagt.

HB/dpa HAMBURG. Die Prognosen liegen zwischen einem realen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zwischen 0,6 Prozent und 1,1 Prozent. Bei der Zahl der Arbeitslosen rechnen die Wissenschaftler übereinstimmend mit etwa 4,2 Millionen im Jahresdurchschnitt.

Die Prognosen im einzelnen:

Institut für Weltwirtschaft in Kiel: Das IfW erwartet ein Wirtschaftswachstum von einem Prozent. Die Kieler Forscher korrigierten ihre Prognose für 2003 im Dezember um 0,8 Prozentpunkte nach unten und erwarten jetzt im Jahresdurchschnitt 4,2 Millionen Arbeitslose. Bremsfaktoren für ein stärkeres Wachstum sind laut IfW steigende Steuern und Abgaben.

Institut für Wirtschaftsforschung in Halle: Das IWH erwartet 1,1 Prozent BIP-Plus und eine durchschnittliche Arbeitslosigkeit von 4,19 Millionen. Die Signale für die Wirtschaft stünden vorerst auf Stagnation, berichtete das IWH Mitte Dezember. Ein Aufschwung sei nicht vor dem Sommer zu erwarten.

Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung in Essen: Das RWI geht für 2003 von 1,1 Prozent Wachstum aus und erwartet eine Arbeitslosenzahl von 4,2 Millionen. Die RWI-Experten erwarten trotz einer Mehrbelastung durch gestiegene Steuern und Abgaben zwar keinen konjunkturellen Rückschlag oder gar ein Abgleiten in eine Rezession. Die gesamtwirtschaftliche Produktion werde aber erst in der zweiten Jahreshälfte so richtig an Fahrt gewinnen, sagten sie Mitte Dezember.

ifo Institut in München: Auch das ifo Institut rechnet mit einem Wachstum von 1,1 Prozent und im Jahresschnitt 4,22 Millionen Erwerbslosen. Das Institut werteten den Sparkurs der Bundesregierung und die Abgabenerhöhungen als wachstumshemmend. Mit einer Belebung der Konjunktur sei 2003 erst nach und nach zu rechnen, hieß es im Dezember.

Hamburgisches Welt-Wirtschafts-Archiv: Das HWWA liegt mit einer Prognose von nur 0,7 Prozent Wachstum für 2003 im unteren Bereich der Vorhersagen und erwartet ebenfalls 4,2 Millionen Arbeitslose. Nach Ansicht der Hamburger Experten ist die anhaltende Flaute in Deutschland nicht auf die Weltwirtschaft zurückzuführen. Das Kernproblem sei die schwache Binnennachfrage, hieß es am 7. Januar.

Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin: Das DIW erwartet nur noch ein Wachstum von 0,6 Prozent. Das Institut hatte seine Prognose in dieser Woche um 0,3 Prozentpunkte gesenkt und rechnet ebenfalls mit 4,2 Millionen Arbeitslosen. Die Berliner Forscher warnten vor einer Deflation mit sinkenden Preisen und schrumpfender Wirtschaft und nannten 2003 ein "Schicksalsjahr" für die deutsche Wirtschaft.

Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Lage: Die "Fünf Weisen" gehen in ihrem im November vorgelegten Gutachten von 1,0 Prozent Wachstum und 4,17 Millionen Arbeitslose im Jahresdurchschnitt aus.

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