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20.01.2003

08:41 Uhr

WM-Start der deutschen Handballer am Montag gegen Katar

DHB-Präsident glaubt an den großen Wurf

VonDavid Fischer (Handelsblatt)

Christian Schwarzer genoss das Bad in der Menge. Vor allem die jüngeren Besucher in der Dortmunder Westfalenhalle ließen dem Handball-Nationalspieler vom TBV Lemgo und seinen Kollegen nicht den Hauch einer Chance, um nach Spielschluss rasch unter die Dusche zu gelangen. War aber nicht so schlimm. Der 34:27-Erfolg gegen Russland im abschließenden Testspiel vor der am Montag beginnenden Weltmeisterschaft in Portugal hatte die Laune des 33-jährigen Kreisläufers sprunghaft in die Höhe schnellen lassen.

DORTMUND. "Vorbereitungsspiele wie dieses", so Schwarzer, "dürfen zwar nicht überbewertet werden, aber es war mehr als eine gute Generalprobe."

Das Resultat gegen ein russisches Kollektiv, dass noch immer zur Weltspitze zählt, war dabei Nebensache. Vielmehr hatte das Team von Heiner Brand an diesem Abend vor 11 160 Zuschauern ein bemerkenswertes Spiel geboten. Der oberste Übungsleiter der deutschen Handballer wusste zwar auch, dass der Gegner nicht überragend gespielt hatte und aufgrund einer kräftezehrenden Vorbereitung müde wirkte. "Doch nach den vielen Hiobsbotschaften der vergangenen Wochen", brummelte der Bundestrainer in seinen Schnauzbart, "haben wir Selbstvertrauen schöpfen können."

Das tat auch Not. Der Frust über das neuerliche WM-Aus von Daniel Stephan, dem eine Achillessehnenreizung der schwerwiegenden Art bereits die dritte WM-Absage in Folge bescherte, hatte seit Bekanntwerden vor zwei Wochen das Team tief beeindruckt. Der Spielmacher der DHB-Auswahl spielte seit Monaten in der Form, die ihn schon 1998 zum "Welthandballer des Jahres" gemacht hatte. Doch nach dem Sieg über die Russen glaubt die Mannschaft wieder daran, bei der WM auch ohne den Führungsspieler eine hervorragende Rolle spielen zu können. "Wir dürfen nicht ständig über Daniel reden", forderte Rückraumspieler Pascal Hens, und folgerte sogleich, dass das Spiel gegen Russland "ein ganz wichtiger Schritt war, um das zu kompensieren". Das erstaunliche Selbstvertrauen des jungen Mannes von der SG Wallau/Massenheim erhielt bereits Tage zuvor Nahrung vom Pechvogel selbst. "Das Team", ließ Daniel Stephan aus der Ferne wissen, "ist auch ohne mich stark genug, um bei der WM eine Medaille zu gewinnen."

In diesen Tagen gibt es nicht wenige, die seine Ansicht teilen. Nach dem zweiten Platz bei der EM in Schweden vor einem Jahr trauen Kenner der Szene den Deutschen Großes zu. Auch das Auftaktprogramm scheint ideal. In den ersten drei Gruppenspielen trifft die DHB-Auswahl auf die international wenig erfahrenen Teams aus Katar, (Montag, ab 15.15 Uhr live in der ARD), Australien (Dienstag) und Grönland (Donnerstag). DHB-Präsident Ulrich Strombach jedenfalls ist sich sicher: "Wir sind einfach mal dran."

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