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27.03.2003

14:01 Uhr

WM-Torjäger bestätigt Angebote von Bayern und Dortmund

Alle hoffen auf Klose

Rudi Völler setzt auf Tore von Miroslav Klose gegen Litauen - und bei Bayern München und Borussia Dortmund warten sie trotz aller Dementis weiter sehnsüchtig auf das Ja-Wort des Torjägers. Zwei Tage vor dem EM-Qualifikationsspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am Samstag (19.00 Uhr/ZDF) in Nürnberg drehte sich alles um die plötzlich wieder glänzenden Perspektiven im Angriff des Vize-Weltmeisters und besonders um den nach langer Krise wieder auftrumpfenden Klose.

So wollen ihn die Fans sehen: Miroslav Klose in Jubelpose. In welchem Trikot in der kommenden Saison, das ist noch unklar... Foto: dpa

So wollen ihn die Fans sehen: Miroslav Klose in Jubelpose. In welchem Trikot in der kommenden Saison, das ist noch unklar... Foto: dpa

HB/dpa HERZOGENAURACH. Zwei Tage vor dem EM-Qualifikationsspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am Samstag (19.00 Uhr/ZDF) in Nürnberg drehte sich alles um die plötzlich wieder glänzenden Perspektiven im Angriff des Vize-Weltmeisters und besonders um den nach langer Krise wieder auftrumpfenden Klose. "Ich habe aktuelle Angebote von Bayern und Dortmund vorliegen", verriet der 24-Jährige am Donnerstag in Herzogenaurach und bestätigte damit, dass zwischen den Erzrivalen weiter intensiv um die Dienste des in 25 Länderspielen 14 Mal erfolgreichen Torjägers vom 1. FC Kaiserslautern gerungen wird.

Doch Klose gibt sich cool: Erst will er am Samstag in Nürnberg Litauen schlagen, danach in der nächsten Woche ein Gespräch mit FCK- Boss Rene C. Jäggi führen und anschließend womöglich immer noch zögern. "Ob dann die Entscheidung fällt, kann ich nicht sagen", meinte er. Alles spricht für ihn, "denn Miro hat wieder seine alte WM-Form", sagte Völler. "Der Aufwind beim FCK ist sehr eng mit dem Ausschwung bei Klose verbunden", bekräftige auch Bundestrainer Michael Skibbe.

Klose ist plötzlich wieder der umworbenste deutsche Spieler auf dem Transfermarkt. Die Meldung aus Italien, dass Rekordmeister Juventus Turin ihn verpflichten wollen, nahm er geschmeichelt zur Kenntnis: "Meine Mutter hat gesagt, dass das im Radio kam", sagte er. Hoffnungen aber brauchen sich ausländische Topclubs nicht zu machen: "Ich tendiere dazu, in Deutschland zu bleiben." Auch die mögliche Konkurrenz eines Giovane Elber in München sei für seine Entscheidung nicht maßgeblich: "Wenn die Bayern mir ein Angebot machen, sind sie auch überzeugt von mir. Ob ein Wechsel 2003 oder 2004 ist, hängt von mir ab", verkündete Klose.

Das wieder erwachte Selbstvertrauen kommt Völler gerade recht. Denn während sich der Teamchef mit Notplänen in der Besetzung von Abwehr und Mittelfeld herumschlagen muss, herrschen in der Offensive fast paradiesische Zustände. Hinter dem gesetzten Duo Klose und Fredi Bobic brennen die beiden 21-jährigen Benjamin Lauth und Kevin Kuranyi auf eine Joker-Rolle. Selbst Völler räumt ein, dass man im Angriff "vom nackten Aufgebot betrachtet" bereits vom größten Umbruch im Kader des Vizeweltmeisters sprechen könne.

Von einem Schützenfest gegen den 106. der Weltrangliste will im DFB-Lager trotzdem niemand sprechen. Zu frisch sind die Erinnerungen an das blamable 2:1 gegen den 118. der FIFA-Rangliste, die Färöer. Bundestrainer Michael Skibbe verblüffte sogar mit der Ankündigung: "Wir werden unser Spielsystem ein bisschen am Gegner ausrichten."

In entscheidenden Planungen hat sich das Duo Völler/Skibbe festgelegt. Torsten Frings wird in zentraler Rolle den verletzten Michael Ballack vertreten. Nur auf der rechten Außenbahn gibt es noch die Alternative zwischen den Berlinern Marko Rehmer und Arne Friedrich, nachdem Paul Freier (Zehenprobleme) für die Startelf nicht in Frage kommt. Wichtiger aber ist die Schaltzentrale. "Torsten kann mit Dietmar Hamann die Akzente im Mittelfeld setzen", betonte Skibbe. Rückkehrer Hamann freut sich schon auf die neue Variante mit Frings: "Ballack ist ein großer Verlust für uns, aber damit dürfen wir uns nicht aufhalten. Torsten hat eine sensationelle Entwicklung gemacht."

"Wenn wir drei Punkte holen, schaut es für uns in der EM- Qualifikation bestens aus", erklärte Hamann und wischte auch die Dissonanzen mit Kapitän Oliver Kahn vom Tisch. Der Torhüter hatte nach der 1:3-Pleite im Freundschaftsspiel gegen Spanien die ungenügende Einstellung einzelner Nationalspieler angeprangert. Für Hamann dagegen sind Wettkampf-Ergebnisse die reine Wahrheit: "Gegen Spanien zu verlieren, ist keine Schande. Bei der WM waren wir noch dabei, als die anderen längst zu Hause waren." Völler hatte die Kahn- Kritik intern nochmals zur Sprache gebracht. Deshalb sieht Hamann keinen Grund mehr für ein Vier-Augen-Gespräch mit Kahn. "Für mich ist das erledigt", unterstrich der Wahl-Engländer.

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