Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.01.2002

19:00 Uhr

Wochenausblick der internationalen Finanzmärkte: Euro-Abschwächung könnte sich fortsetzen

Anleger hoffen auf positive Siemens-Zahlen

Aufschwung an den Rentenmärkten, Abschwung bei Aktien - das war die vergangene Börsenwoche. Diese Woche könnte es umgekehrt sein, sagen viele Experten, auch wenn die Konsolidierung noch nicht als beendet gilt. Die Quartalssaison in USA erreicht mit 150 Unternehmensberichten den Höhepunkt.

hjk/rtr/vwd FRANKFURT/M. Mit Spannung warten die Anleger diese Woche auf die Bekanntgabe von Geschäftszahlen zahlreicher in- und ausländischer Konzerne. Im Blickpunkt steht zudem die Veröffentlichung der US-Frühindikatoren für Dezember am Dienstag und die Rede von US-Notenbankchef Alan Greenspan vor dem Senat am Donnerstag. Für Euro-Land kommt am Dienstag die Industrieproduktion im November 2001 - so wie die US-Daten, von denen neue Hinweise auf den Zeitpunkt der konjunkturellen Erholung erwartet werden, kann auch der erwartete Rückgang der Produktion in Europa den Euro-Kurs weiter belasten. Ein kurzfristiges Abrutschen unter 88 US-Cents schließen Experten nicht aus.

Vergangene Woche hatte Greenspan mit dem Hinweis, eine Konjunkturwende sei noch nicht spürbar, und Investitionskürzungen bei Intel für sinkende Aktienkurse und steigende Anleihen gesorgt. Die anlaufende Berichtssaison der deutschen Unternehmen kann nach Einschätzung von Analysten den Dax weiter belasten. Viele Anleger könnten vor allem von den Prognosen für die weitere Geschäftsentwicklung enttäuscht werden, da die Gewinnschätzungen für viele Unternehmen auch nach den jüngsten Reduzierungen noch zu hoch seien.

"Der deutsche Markt wartet auf neue Konjunkturdaten, die das Szenario einer Konjunkturwende untermauern", sagte Aktienstratege Tammo Greetfeld von der Hypovereinsbank. "So lange wird sich die Seitwärtsbewegung fortsetzen." Kurzfristig werde der Dax die Marke von 4 900 testen und möglicherweise auch nach unten durchschreiten. "Wenn die Indikatoren in den kommenden Wochen bessere Werte signalisieren und die Unternehmensberichte einen Silberstreifen am Horizont aufzeigen, kann der Markt wieder nachhaltig steigen."

Nur ein Händler prognostizierte für die kommende Woche sogar einen Anstieg des Dax auf bis zu 5 200 Punkte. Der Händler verwies darauf, dass sich der Dax trotz der jüngsten, meist schwachen Geschäftszahlen und Ausblicke der US-Unternehmen relativ gut gehalten habe. Unterstützung habe er dabei unter anderem von den in Aussicht gestellten guten Siemens-Ergebnissen erhalten. Die Zahlen werden am Mittwoch vorgelegt. Wohin die Reise geht, wird am Montag zunächst die Siemens-Tochter Infineon verkünden.

Von den am Mittwoch zur Veröffentlichung anstehenden SAP-Zahlen erwarten sich die Experten der DZ Bank indes kaum Auswirkungen auf den Gesamtmarkt. Die Eckdaten seien bereits bekannt. Neben den genannten Geschäftsergebnissen werden Marktteilnehmern zufolge auch die Veröffentlichungen von Amazon, Motorola (jeweils Dienstag) sowie von Boeing, Amgen und STM (jeweils Mittwoch) für größeres Interesse sorgen. Gleiches gelte außerdem für Nokia, SBC, Sony und JDS Uniphase (jeweils Donnerstag) sowie Ericcson (Freitag).

Mit Blick auf die im Jahresverlauf erwartete Konjunkturwende sagten Analysten, die dann wieder positiven Ertragsaussichten für 2003 dürften in einigen Monaten für eine verstärkte Aufwärtsbewegung sorgen. Die DZ Bank hob ihr Dax-Kursziel für die kommenden sechs Monate auf 5 500 von 5 200 Punkten an. Aktienstratege Greetfeld von der Hypovereinsbank sagte bis Jahresmitte sogar 5 600 Zähler voraus.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×