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09.02.2001

19:01 Uhr

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Wochenendvorfreude getrübt

VonWALL STREET CORRESPONDENTS

Der Abwärtstrend reißt zum Wochenschluss nicht ab. Nach einer enttäuschenden Handelswoche dürfte sich der Nasdaq Index auf das Wochenende freuen. Gebeutelt von den Verlusten bei Computer- und Netzwerkwerten notiert das US-High-Tech-Barometer rund 2,5 Prozent im Minus. Der Index der 30 US-Standardwerte verliert bis zur Mittagsstunde 0,5 Prozent.

An der Technologiebörse sind Oracle, Dell, Cisco und Intel die größten Verlierer. Ciscos schlechten Zahlen und trüben Umsatzprognosen fordern nach wie vor ihren Preis. Selbst drei Tage nach Bekanntgabe der Quartalszahlen gehört Cisco zu den meist gehandelten Aktien der Nasdaq.



Dell

belastet den Index, nachdem der größte Direktvertreiber von Computern in den Vereinigten Staaten möglicherweise Entlassungen plant. Ashok Kumar, Analyst von US Bancorp Piper Jaffray vermutet, dass Dell rund acht Prozent seiner Belegschaft entlassen will. Nachdem Preissenkungen nicht halfen, die Einnahmen zu steigern, versuche das Unternehmen nun durch Kostensenkungen ein besseres Ergebnis zu erzielen, so der Analyst.



Kursgewinne feiert dagegen Rambus. Dem Unternehmen stehen zusätzliche Einnahmen ins Haus. Toshiba, der zweitgrößte Chiphersteller der Welt, plant die Produktion von Hochgeschwindigkeits-Speicherchips zu verdreifachen. Der Aufbau der Chips beruht auf einem Patent von Rambus. Das Unternehmen darf sich somit über deutlich steigende Einnahmen aus Lizenzgebühren freuen.



Für Freude sorgen dagegen die guten Geschäftszahlen von Network Appliances. Der Anbieter von Speicherlösungen meldete gestern nach Handelsschluss gute Quartalszahlen. Das Unternehmen konnte die Erwartungen der Analysten um einen Cent übertroffen. Für das kommende Jahr wird ein Umsatzwachstum zwischen 55 und 60 Prozent prognostiziert. Lehman Brothers bestätigt am Freitag die Kaufempfehlung. Abwärts geht es zum Wochenschluss für Lucent Technologies. Spekulationen über Unregelmäßigkeiten bei der Buchführung belasten das Unternehmen. Die Börsenaufsicht, Securities and Exchange Commission, prüft, ob der weltweit größten Telekomausrüster, unrechtmäßig einen Umsatz von 679 Millionen Dollar verbucht hat, so das Wall Street Journal.



Wieder erholt hat sich dagegen der Einzelhandelssektor. Nachdem die Aktien gestern nach der Reduzierung der Gewinnerwartungen bei Gap und Ann Taylor ins Trudeln gerieten, drehte der Sektor heute nach Kaufempfehlungen wieder ins Plus. Dem Flugsektor droht das nächste Gewitter. Spekulationen, dass eine neue Streikwelle der Piloten bevorstehe, belasten den Sektor erneut. Bereits in der Vergangenheit hatten Piloten wegen zu langer Arbeitszeiten ihre Arbeit niedergelegt und damit zu Flugverspätungen- und Ausfällen gesorgt und den Sektor neben den steigenden Ölpreisen zusätzlich belastet. Delta, United Airlines und American Airlines notieren in der Verlustzone.

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