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24.01.2007

10:17 Uhr

World Economic Forum

Grüne Alpen

VonJoachim Dorfs

Die Mächtigen der Welt - egal ob aus Politik, Wirtschaft oder Showgeschäft - versammeln sich wie jedes Jahr wieder im Schweizer Skiort Davos. Das World Economic Forum steht an vom 24. bis zum 28. Januar. Neben der Welthandelsrunde und dem Web 2.0 ist es vor allem der Klimaschutz, über den sich die Teilnehmer ihre Gedanken machen.

In Davos versammelt sich für ein paar Tage alles, was Rang und Namen hat - natürlich streng abgeschirmt von der Außenwelt. Foto: dpa

In Davos versammelt sich für ein paar Tage alles, was Rang und Namen hat - natürlich streng abgeschirmt von der Außenwelt. Foto: dpa

DÜSSELDORF. Auf acht Grad Celsius kletterte am Samstag das Thermometer in Davos. Die Eisbahn wurde für das Publikum gesperrt, genauso wie viele Pisten angesichts des Sturms. Schon zuvor hatten Skifahrer die Schneelage auf Parsenn, Pischa und Jakobshorn als äußerst mäßig beschrieben. Was für die Touristen in dem Schweizer Wintersportparadies lediglich eine Nuisance ist, treibt die Macher des World Economic Forum in diesem Jahr besonders um: Der Klimawandel sowie die sichtbaren und unsichtbaren Folgen der Erderwärmung prägen die Agenda des diesjährigen World Economic Forums so stark wie noch nie zuvor.

Zwar wird der Chef des Mineralölkonzerns BP, Lord Browne, seine ursprünglich geplante Rede, wie man Ökologie und Ökonomie in Einklang bringen kann, nun doch nicht halten - vor dem Hintergrund der Enthüllungen über Sicherheitsmängel im Unternehmen und seines angekündigten Rückzugs von der Konzernspitze sicherlich eine gute Idee. Doch angeführt von Sir Nicholas Stern, dem ehemaligen Weltbank-Chefökonomen, der in Folge des Klimawandels einen Einbruch der weltweiten Wirtschaftsleistung befürchtet, diskutieren die Davos-Teilnehmer kaum ein anderes Thema so intensiv. "So grün wie dieses Jahr war unser Programm selten ausgerichtet", meint einer der Davos-Macher.

Gut 2 400 Teilnehmer aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft treffen sich dieses Jahr wieder in Graubünden, begleitet und beäugt von einigen Hundert Medienvertretern. Prominenteste Redner sind Bundeskanzlerin Angela Merkel und der britische Premier Tony Blair. Neben den Einblicken in die EU-Ratspräsidentschaft und die G-8-Agenda ist wahrscheinlich der für Samstag angesetzte Versuch, die ins Stocken geratene Welthandelsrunde wieder anzuschieben, die politisch interessanteste Initiative des Davoser Treffens. Dazu reisen unter anderem die US-Handelsbeauftragte Susan Schwab, der EU-Handelskommissar Peter Mandelson sowie der Generaldirektor der Welthandelsorganisation WTO, Pascal Lamy an.

Mit dem Thema "Leading in a networked world" ist die Davoser Agenda aus Unternehmenssicht am besten beschrieben. Welche Auswirkungen hat der neue Internet-Boom auf die Weltwirtschaft und die klassischen Geschäftsmodelle und welche Rolle spielen die Herausforderer aus den Schwellenländern sind die wesentlichen Fragen. Antworten darauf erhoffen sich die Teilnehmer unter anderem von Google-CEO Eric Schmidt, dem Chef des indischen Mischkonzerns Reliance, Mukesh Ambani, und natürlich von Davos-Dauergast Bill Gates, der zudem gemeinsam mit seiner Frau Melinda ihre Multi-Milliarden-Dollar-Stiftung und deren wesentliche Projekte vorstellt.

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