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03.04.2003

14:58 Uhr

Wunschergebnis "Null plus"

Chemie-Arbeitgeber streben zügige Tarifeiningung an

Ihr Verhandlungsführer Jürgen Maaß sagte am Donnerstag am Rande der zweiten Verhandlungsrunde in Bremen: "Ich halte es in drei Runden für schaffbar."

Reuters BREMEN. Die Arbeitgeber der Chemieindustrie haben sich zuversichtlich geäußert, dass eine Tarifeinigung für die bundesweit 580 000 Beschäftigten der Branche zügig erreicht werden kann. Meinungsunterschiede mit der Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) bestünden vor allem in der Bewertung darüber, wie schnell sich die wirtschaftliche Situation erholen werde. "Da hat die Gewerkschaft stärkere Erwartungen als wir", sagte Maaß. Über die von der IG BCE vorgeschlagene Erhöhung der Zahl der Ausbildungsplätze sowie eines Qualifizierungstarifvertrages sei noch nicht im Detail gesprochen worden. Erst wenn Klarheit über die damit verbundenen Kosten bestehe, wolle man ein Angebot vorlegen, kündigte der Bundesarbeitgeberverband BAVC an.

BAVC beziffert Wunschergebnis auf "Null plus"

IG-BCE-Verhandlungsführer Werner Bischoff sagte in einer Verhandlungspause am Mittag, er rechne nicht mit einer schnellen Einigung. Während die Arbeitgeber einen "Krisen gerechten" Abschluss verlangten, strebe die Gewerkschaft eine "Chemie spezifische Lösung" an. Bei allen Schwierigkeiten sei die chemische Industrie gut aufgestellt. Es bestehe kein Anlass, die Lage zu dramatisieren. Die IG BCE gehe deshalb erhobenen Hauptes in die Verhandlungen, sagte Bischoff. Zuvor hatte BAVC-Verhandlungsführer Maaß gesagt, ein möglichst niedriger Abschluss wäre angemessen, den bezifferte er mit "Null plus". Im vorigen Jahr waren die Einkommen in der Chemieindustrie um 3,3 Prozent gestiegen.

Maaß: Hoffnungen auf kurzen Irak-Krieg enttäuscht

Maaß sagte, die Hoffnungen auf einen kurzen Irak-Krieg und eine damit verbundene schnelle konjunkturelle Erholung hätten sich nicht erfüllt. Seit der ersten Verhandlungsrunde seien auch die Prognosen in der Chemieindustrie nocheinmal reduziert worden. Der Bundesarbeitgeberverband BAVC geht jetzt nur noch von einem Wachstum der Produktion für das laufende Jahr von 0,75 Prozent aus. Zuvor hatten die Erwartungen bei einem Prozent gelegen.

Die IG BCE war im März ohne konkrete Tarifforderung in die Verhandlungen gegangen, um bei einem Anziehen der Konjunktur freie Hand zu haben. Sie verlangt reale Einkommensverbesserungen, die sich an einer von ihr auf 1,5 Prozent geschätzten Teuerungsrate und einem Produktivitätsfortschritt der Branche von drei Prozent orientieren.

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