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24.05.2000

15:28 Uhr

dpa HAMBURG/MAGDEBURG. Die Zahl der rechtsextremen Straftaten in Hamburg und Sachsen-Anhalt ist im vergangenen Jahr zurückgegangen - es gibt aber mehr gewaltbereite Neonazis. Das geht aus den Verfassungsschutzberichten hervor, die der Hamburger Innensenator Hartmut Wrocklage und Sachsen-Anhalts Innenminister Manfred Püchel (beide SPD) am Mittwoch in Hamburg und Magdeburg vorlegten.

Sachsen-Anhalt ist dabei nach Angaben von Püchel trotz eines leichten Rückgangs bei der rechten Gewalt bezogen auf die Einwohnerzahl Spitzenreiter unter den Bundesländern. Die rechte Szene nutze verstärkt das Internet oder das SMS-(Kurznachrichten)-System von Handys zur Kommunikation.

In Hamburg wurden im vergangenen Jahr 228 rechtsextreme Straftaten registriert. Gegenüber 1998 mit 264 Taten entspricht das einem Rückgang um 14 Prozent. Im gleichen Zeitraum erhöhte sich die Zahl der von Rechtsextremisten verübten Gewalttaten von 19 auf 23. Der Verfassungsschutz zählte 1999 mit 200 Neonazis und gewaltbereiten Rechtsextremisten etwas mehr als im Jahr zuvor (190). Die Zahl der Linksextremisten stagnierte bei 1 350 Personen. 1999 wurden 131 linksextremistische Straftaten registriert nach 72 im Jahr 1998. Darunter waren 33 Gewalttaten (1998: 27).

Die Verfassungsschützer in Sachsen-Anhalt registrierten 929 Straftaten von Rechtsextremen, 116 weniger als 1998. Darunter waren 83 Gewalttaten, sieben weniger als 1998. Ein positives Zeichen sei die Aufklärungsquote. Sie liege bei rechtsextremistischer Gewalt bei 96,2 %. Bedenklich sei, das mehr als 70 % der Tatverdächtigen aus der rechten Szene unter 21 Jahre alt seien.

Das Spektrum gewaltbereiter rechtsextremistischer Skinheads wuchs in Sachsen-Anhalt um etwa 50 auf 700 (bundesweit: 9 000), sagte Püchel. Die Zahl der linksextremen Straftaten ging um 85 auf 140 zurück. Darunter waren 41 Gewalttaten (1998: 35). Der linken Autonomenszene seien 340 Personen zuzurechnen.

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