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21.01.2001

19:00 Uhr

Zahl der Angebote steigt auf 13 Produkte – Neue Wettbeweber treten an

Fonds mit grünem Anstrich werden in den Niederlanden immer populärer

VonSUSANNE BERGIUS

Die Rendite des Vorreiters ASN schlägt seit fünf Jahren die konkurrierenden international investierenden Aktienfonds.

BRÜSSEL. Immer mehr Anleger wollen mit ihrem Geld nicht nur Rendite erwirtschaften, sondern auch Umweltschutz, Menschenrechte und soziale Standards fördern. In den Niederlanden haben die an ethischen und grünen Auswahlkriterien orientierten Investmentfonds Hochkonjunktur: Die Rendite des Vorreiters ASN schlägt seit fünf Jahren die konkurrierenden international investierenden Aktienfonds.

Der ASN Fonds, Vorreiter unter den Amsterdamer Ethik-Aktienfonds, schloss das Jahr 2000 mit einer Rendite von 2,4 % ab und schlug damit erneut den Weltaktienindex MSCI World, der 6 % verlor. Auch im Drei- und Fünfjahresvergleich schneidet das bereits vor acht Jahren vom Wertpapierhaus SNS aus Den Bosch aufgelegte Produkt deutlich besser ab als der Durchschnitt der traditionellen internationalen Aktienfonds. "Seit fünf Jahren sind wir der beste der weltweit anlegenden niederländischen Aktienfonds", sagte Marco van Son, Fondsmanager bei SNS Asset Management. Die Zahlen der Forschungseinrichtungen Nyfer und Iris bestätigen das.

Steigende Mittelzuflüsse in Ökoanlagen

Die Summe der Spargelder, die niederländische Anleger in Öko-Investments stecken, hat sich nach Angaben der Anlegervereinigung für Nachhaltige Entwicklung (VBDO) von 1987 bis 1999 auf 3,4 Mrd. verzehnfacht. Nachhaltigkeit bedeutet, Ressourcen so schonend einzusetzen, dass auch spätere Generationen von ihnen leben können.

Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der so genannten Ökofonds von sechs auf 13. Den Markt unterteilt VBDO-Direktor Piet Sprengers in zwei Segmente, die sich allerdings teilweise überschnitten.

Die steuerliche Förderung grüner Sparanlagen habe seiner Meinung dazu beigetragen, dass deren prozentualer Anteil an den Gesamtanlagen der Privatanleger im selben Zeitraum von weniger als 0,5 % auf 1,75 % stieg, erläutert er.

Zu den Sparprodukten rechnet Sprengers alle Produkte der beiden Ökobanken ASN und Triodos sowie die drei steuerlich geförderten Umweltfonds von ASN, Triodos und ABN. Diese Fonds investieren in Projekte wie nicht börsennotierte Windparks oder Biolandbau. Die Investitionen müssen vom Umweltministerium genehmigt werden. Der ABN Amro Groen Fonds ist mit einem Volumen von 408 Mill. Mitte 2000 der größte der 13 ethisch-grünen Fonds überhaupt.

Daneben gibt es ethisch motivierte Aktienanlagen. Deren Marktanteil nahm zwischen 1987 und 1999 von 0,1 % auf 1,2 % zu. Im letzten Jahr beschleunigte sich die Entwicklung, berichten Sprengers und Analysten. Allein das Volumen des ASN Fonds stieg um 55 % auf 290 Mill. . ABN Amro, ING, die zur Rabobank gehörende Robeco und kleinere Institute brachten in Reaktion auf den langjährigen ASN-Erfolg eigene "Nachhaltigkeitsfonds" heraus. Neben den sieben reinen Aktienfonds gibt es drei steuerlich geförderte Fonds sowie zwei Aktien/Firmenanleihen-Mischfonds. Zudem brachte die Triodos-Bank unlängst einen reinen Rentenfonds heraus.

Renditen fallen sehr unterschiedlich aus

Die 13 Fonds sind allerdings nicht alle lukrativ. Die sehr unterschiedlichen Ergebnisse hängen zum Teil mit den Anlageprinzipien zusammen. Der wie ASN nach ethischen Kriterien handelnde Neueinsteiger Robeco (RG Duurzaam Aandelen Fund) schloss das Jahr mit minus 9 % am schlechtesten ab. Die anderen neuen Fonds stehen zur Zeit auch im Minus. Der von der Anlagepolitik vergleichbare, aber schon über fünf Jahre existierende ABN Amro Groen Fonds hingegen erzielte eine stattliche Rendite von 12 %.

Die Bestleistung erbrachte der relativ kleine Ohra Umwelttechnologie Fonds mit 30 % Wertsteigerung. Da es sich hierbei um einen reinen Sektorfonds ohne ethische Komponente handelt, ist er laut Pieter Hulst von Nyfer kaum vergleichbar. Stellt man trotzdem einen Dreijahresvergleich an, lässt der ASN Aktienfonds mit einer Rendite von 25 % sowohl den ABN Amro Groen Fonds (1,1 %) als auch Ohra (1,3 %) weit hinter sich. Die langfristige gute Rendite von ASN hat mehrere Gründe. Zum einen habe der Fonds stark in einige Firmen angelegt, deren Kurs beträchtlich gestiegen seien, erläutert Fondsmanager van Son. Dazu gehörten die dänischen Windmühlenbauer Vestas und Neg Micon. ASN investierte überdies in SAP, Nokia, Vodaphone, Apple Computers, Britisch Telekom und den beim Recycling sehr aktiven niederländischen Chemiekonzern DSM.

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