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31.01.2001

15:13 Uhr

Zahlreiche Quartalsdaten veröffentlicht

US-Märkte: Tag der Notenbanksitzung

VonWALL STREET CORRESPONDENTS

Das Bruttoinlandsprodukt stieg im vierten Quartal statt um die erwarteten zwei Prozent nur um 1,4 Prozent. Damit verzeichneten die Vereinigten Staaten das niedrigste Wirtschaftswachstum seit sechs Jahren. Die Hoffnungen der Anleger auf eine Senkung der US-Leitzinsen um 50 Basispunkte erhält damit erneut Unterstützung. Ein baldiges Eingreifen der US-Notenbank wird somit noch dringlicher, um die US-Wirtschaft vor einer harten Landung zu bewahren.

Die Reaktionen der Unternehmen auf die abflauende US-Konjunktur und die sinkenden Unternehmensgewinne werden zunehmend stärker. Nicht nur DaimlerChrysler und Xerox kündigten bisher Entlassungen an. Nun gesellen sich auch Amazon hinzu.



Amazon

will rund 15 Prozent seiner Belegschaft und damit 1 300 seiner Mitarbeiter entlassen. Damit reagiert der Onlineeinzelhändler auf ein enttäuschendes Quartal. Amazon baute die Verluste im vergangenen vierten Quartal auf 545,1 Millionen Dollar aus. Darüber hinaus reduzierte die Unternehmensleitung die Umsatzerwartungen für das laufende Jahr von 3,6 Milliarden auf 3,3 Milliarden Dollar. Als Universalbegründung für die trüben Aussichten wird auch hier erneut die kränkelnde US-Konjunktur genannt. Ebay und andere Online-Unternehmen dürfte die Nachricht ebenfalls belasten.



Vor Handelsbeginn veröffentlicht Coca-Cola zufriedenstellende Quartalsdaten. Der Markt reagiert jedoch bisher verhalten auf die Zahlen. Der Hersteller des bekanntesten Erfrischungsgetränks der Welt erwirtschaftete im vierten Quartal einen Gewinn von 38 Cents pro Aktie und erfüllt damit die Erwartungen der Analysten. Der Umsatz fiel im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar. Dank niedrigerer Kosten, höherer Verkaufspreise kann der Konzern die Gewinnerwartungen dennoch erfüllen. Während die Nachfrage in Nordamerika bröckelt, weil Konsumenten zu preiswerteren Getränke der Konkurrenz wechseln, boomt das Geschäft in Asien. Die Unternehmensleitung erwartet für das laufende Jahr einen Gewinn in einer Spanne von 1,67 Dollar bis 1,80 Dollar pro Aktie liegen wird.



Kursgewinne dürften heute die Chiphersteller verbuchen. Altera sorgt am Morgen für Kursphantasie. Der Produzent bestätigte die Gewinnerwartungen für das erste Quartal. Branchenkonkurrent Xilinx tendiert vor Handelsbeginn ebenfalls stärker. Die Hoffnung auf sinkende Zinsen sollte dem Chip-Sektor Auftrieb geben.



Adobe

Systems gehört zur Wochenmitte zu den eher ungeliebten Kindern. Die Aktie tendiert vor Handelsstart schwächer, nachdem der Hersteller für graphische Software stinkendes Umsatzwachstum meldete. Schuld soll auch in diesem Fall das kränkelnde US-Wirtschaftswachstum sein. Adobe wird somit das prognostizierte Umsatzwachstum von 25 Prozent im laufenden Quartal, das am 2. März endet, nicht erreichen. Konkurrent Macromedia musste bereits vor einigen Wochen die Wachstumsprognosen nach unten revidieren. Die Aktien von Adobe tendieren im vorbörslichen New Yorker Handel bereits rund 20 Prozent schwächer.



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