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15.01.2001

14:04 Uhr

Zehn Milliarden Mark in Ostdeutschland investiert

Autofirmen feiern 100-jähriges Gründungsjubiläum des VDA

Einer der mächtigsten deutschen Unternehmensverbände feiert am Freitag in Eisenach Jubiläum. Im Hotel "Kaiserhof" der Wartburgstadt treffen sich die Chefs von DaimlerChrysler, Volkswagen, Porsche und Opel.

ddp EISENACH. Vor 100 Jahren gründeten Autobauer und Zulieferer dort den Vorläuferverein des Verbandes der Automobilindustrie (VDA). Zum ersten Vorsitzenden des Vereins Deutscher Motorfahrzeug-Industrieller (VDMI) hatten die neun Tagungsteilnehmer am 19. Januar 1901 den damaligen Daimler-Chef Gustav Vischer gewählt. Geschäftssitz des VDMI wurde Eisenach. Als Aufgaben stellten sich die Gründungsmitglieder die Förderung des Straßenverkehrs sowie die Abwehr von "belastenden behördlichen Maßnahmen".

Die Lokalzeitung Eisenacher Tagespost" schrieb damals prophetisch, dass "sich die Fabrikanten eine Organisation geschaffen haben, die sicher viel zum Aufblühen des Automobilismus in Deutschland beitragen wird". In den 20er Jahren erfolgte der Umzug nach Berlin und die Umbenennung in Reichsverband der Automobilindustrie (RDA). Nach dem Zweiten Weltkrieg zog die Vereinigung nach Frankfurt am Main und benannte sich in VDA um.

Einhundert Jahre nach der Gründung vertritt der Verband 550 Mitgliedsfirmen mit 755 000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 380 Milliarden Mark. Besonders stolz ist der VDA darauf, dass sich nach dem starken Einbruch in der ostdeutschen Automobilindustrie die Region wieder als Standort für Fahrzeughersteller und Zulieferindustrie entwickelt. In Mosel bei Zwickau und Dresden baute Volkswagen neue Werke, in Eisenach investierte Opel, und Porsche baut eine neue Fabrik in Leipzig.

16 000 neue Jobs

Insgesamt wurden von der Branche seit der Wiedervereinigung knapp zehn Milliarden Mark in die Standorte in den neuen Bundesländern investiert. Es entstanden rund 16 000 Arbeitsplätze, und seit 1990 wurden 2,7 Fahrzeuge gebaut. Dazu kommen noch einmal 50.000 Arbeitsplätze in der Zulieferindustrie. Allein 1999 belief sich der Umsatz der ostdeutschen Werke auf 4,7 Milliarden Mark. Im vergangenen Jahr wurde dieses Ergebnis noch einmal um 15 Prozent übertroffen.

Unterhalb der Wartburg, wo vor 100 Jahren die Fahrzeugfabrik Eisenach als eines der ersten deutschen Automobilwerke gegründet wurde, investierte Opel in den vergangenen zehn Jahren rund zwei Milliarden Mark und errichtete eine der modernsten Fabriken in Europa. Die Tochter des US-Konzerns General Motors stellt mit 2 000 Beschäftigten rund 150 000 "Corsa" und "Astra" im Jahr her. Zahlreiche Zulieferbetriebe haben sich im Umfeld der General-Motors-Tochter angesiedelt und garantieren rund 6 000 Menschen einen Arbeitsplatz.

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