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13.01.2002

12:54 Uhr

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Zehntausende gedachten Liebknechts und Luxemburgs

Mehrere zehntausend Menschen haben am Sonntag in Berlin der vor 83 Jahren ermordeten Sozialistenführer Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht gedacht. An der "Gedenkstätte der Sozialisten" im Stadtteil Friedrichsfelde legten sie Blumen und Kränze an den Gräbern der Mitbegründer der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) nieder.

Reuters BERLIN. Zu der traditionellen Gedenkkundgebung hatte die PDS aufgerufen, die von mehr als 100 000 Besuchern sprach. Bei der Polizei war von mehreren zehntausend Teilnehmern die Rede. Zu den ersten Besuchern der Gedenkstätte gehörten die PDS-Vorsitzende Gabi Zimmer, der designierte Berliner Wirtschaftssenator Gregor Gysi und andere führende Vertreter der SED-Nachfolgepartei.

Nach der Niederschlagung des Spartakus-Aufstandes durch Regierungstruppen waren Liebknecht und Luxemburg am 15. Januar 1919 von Soldaten eines rechtsradikalen Freikorps im Tiergarten ermordet worden. Sozialisten und Kommunisten gedenken der KPD-Mitbegründer seit 80 Jahren. Die "Gedenkstätte der Sozialisten", in der neben Liebknecht und Luxemburg auch zahlreiche ostdeutsche Politiker wie SED-Chef Walter Ulbricht und DDR-Präsident Wilhelm Pieck beerdigt sind, war zwischen 1949 und 1951 entstanden.

In der DDR wurde das Gedenken an Liebknecht und Luxemburg staatlich organisiert. Mit der Parteiführung an der Spitze defilierten jeden zweiten Sonntag im Januar Hunderttausende an den Gräbern der beiden Politiker vorbei. 1988 erregte der Versuch von Bürgerrechtlern und Ausreisewilligen internationales Aufsehen, die sich mit der Luxemburg-Losung "Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden" in den Demonstrationszug einreihen wollten. Sie wurden von Polizei und Staatssicherheit abgedrängt und festgenommen.

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