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03.03.2003

14:45 Uhr

Zeitliche Begrenzung der Verträge

BMW will Gewinnmargen seiner Händler drücken

Der Autohersteller BMW will die festen Gewinnmargen seiner Händler in Deutschland drücken, sie aber verstärkt für Zusatzleistungen entlohnen. Das Unternehmen wolle die Verträge europaweit harmonisieren, was geringere Grund-Margen für die deutschen Händler bedeute, sagte ein BMW-Sprecher am Montag in München.

Reuters MÜNCHEN. Auch sollten die Verträge auf fünf Jahre begrenzt und stärker als bisher mit leistungsorientierten Bestandteilen ausgestattet werden. Entsprechende Verhandlungen mit den Händlern gingen "in die richtige Richtung", seien von einer Einigung aber noch entfernt. Bei den BMW-Vertriebspartnern regte sich Widerstand gegen diese Vorschläge: "So kann diesen Vertrag niemand unterschreiben", sagte Peter Enders vom Verband deutscher BMW-Vertragshändler der Zeitschrift "Automobilwoche".

BMW: Gewinnmarge sinkt von 13 auf 11 Prozent

Nach Angaben von BMW soll die fixe Gewinnmarge der Händler sinken, was durch flexible Boni aber wieder wett gemacht werde. Leistungsbezogene Komponenten wie feste Verkaufsziele oder Kundenzufriedenheit sollten eine größere Rolle spielen. Der Sprecher sagte, die bei der Siebener-Reihe eingeführte Margenkürzung von 13 auf elf Prozent solle auch auf andere Modellgruppen wie die Fünfer-Reihe und den Z4 ausgeweitet werden. Anlass für die neuen Verträge ist die von der EU-Kommission beschlossene Neuordnung des Autovertriebs. Mit der so genannten Gruppenfreistellungsverordnung (GVO) sollen die Autohersteller zur Öffnung ihrer Händlernetze bewegt und der Autohandel über die EU-Binnengrenzen hinweg erleichtert werden. Händler können damit nicht mehr gezwungen werden, nur eine Automarke in ihren Häusern zu verkaufen. Zwischen den einzelnen EU-Staaten gibt es immer noch zum Teil erhebliche Preisunterschiede für die selben Fahrzeuge. Verbraucherschützer hatten die Liberalisierung begrüßt, während Gewerkschaften und Händlerverbände den Verlust von tausenden Arbeitsplätzen im Mittelstand befürchten, weil die Automobilhersteller ihren Direktvertrieb ausbauen könnten.

Viele Autohersteller haben die Umstellung auf die neue GVO längst abgeschlossen. So hatte DaimlerChrysler Ende September 2002 mitgeteilt, fast alle Händler in Europa hätten die neuen Verträge unterschrieben.

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