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15.01.2003

15:15 Uhr

Zeitungs-Interview

Walter Bau weist Insolvenz-Gerüchte zurück

Der neue Chef des Walter Bau-Konzerns, Wolf Fitzner, hat Gerüchte über eine möglicherweise drohende Insolvenz des Bauriesen zurückgewiesen. Die Größenordnung der Liquidität und der Bankschulden habe sich innerhalb eines Jahres kaum verändert, sagte Fitzner der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

HB/dpa AUGSBURG. "Wir haben keine besonderen Probleme und sind eine ganz normale, solide Firma", erklärte Fitzner, der seit Jahresbeginn an der Spitze des Baukonzerns steht.

Das Unternehmen hatte vor einem Jahr einen Kredit von 100 Millionen Euro aufnehmen müssen, um seine Liquidität zu sichern. Bereits auf der Hauptversammlung im Juni vergangenen Jahres hatten Aktionäre Sorgen über eine mögliche Pleite des Konzerns und einen "zweiten Fall Holzmann" geäußert. Statt eines geplanten Gewinns verbuchte der neue Konzern 2001 im ersten gemeinsamen Jahr nach der Fusion mit Dywidag bei einem Umsatz von 3,9 Milliarden Euro einen Verlust von 231 Millionen Euro. 2002 sei aber wieder ein ausgeglichenes Ergebnis erreicht worden, sagte Fitzner. Nach der Fusion mit dem Schwesterkonzern Dywidag hatte Walter Bau verlustreiche Bereiche aufgegeben und die Beschäftigtenzahl stark reduziert.

Den 48-prozentigen Anteil an dem Stuttgarter Bauunternehmen Züblin will Walter Bau nicht um jeden Preis verkaufen. Angestrebt ist mindestens der Buchwert von rund 180 Millionen Euro. "Wenn wir den Preis nicht bekommen, verkaufen wir Züblin eben nicht", sagte Fitzner. Zu den Bietern für das Paket gehört unter anderem der Herner Baukonzern Heitkamp. Alle Aktivitäten und Entscheidungen lägen nach wie vor im Entscheidungsbereich des Konzerns, sagte der Unternehmenssprecher und wies alle Spekulationen zurück, die Gläubigerbanken hätten bei Walter Bau in dieser Frage bereits das Ruder übernommen.

Auch von der australischen Tochtergesellschaft Walter Construction Group (WCG) will sich der Konzern trennen. Fitzner schloss aber nicht aus, dass der Verkauf der WCG an die John-Holland-Gruppe des Hochtief-Konzerns noch scheitern könnte. "Wir gehen jedoch von einem erfolgreichen Geschäftsabschluss aus", sagte ein Firmensprecher am Mittwoch. Sollte eine Einigung misslingen, werde Walter Bau die Tochtergesellschaft behalten.

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