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04.07.2000

13:50 Uhr

Reuters FRANKFURT. Die Dresdner Bank hat Zeitungsberichte dementiert, wonach ihr Vorstand auf seiner heutigen Sitzung ein Übernahmeangebot für die Commerzbank diskutiert. "Das ist eine turnusmäßige Sitzung, aber es wird dort nicht über ein Übernahmeangebot gesprochen", sagte eine Dresdner-Sprecherin am Dienstag auf Anfrage. Zum gegenwärtigen Stand der Gespräche zwischen Commerzbank und Dresdner Bank wollte sie keine weiteren Angaben machen. Die "Financial Times" hatte am Dienstag berichtet, der Dresdner-Vorstand werde womöglich ein Übernahmeangebot diskutieren. Auch im Anschluss an die Sitzung des Dresdner-Vorstandes ist nach Angaben aus Bankenkreisen nicht mit einer offiziellen Mitteilung zu rechnen.

Nach wie vor unbestritten ist in Bankenkreisen, dass der Zeitdruck auf die Banken steigt, da der Markt auf eine Entscheidung wartet. Der Commerzbank-Großaktionär, die Cobra-Beteiligungsgesellschaft, teilte mit, er habe kein Übernahmeangebot für ihren 17-prozentigen Commerzbank-Anteil zu einem Preis von 45 Euro je Aktie erhalten. "An diesen Berichten ist überhaupt nichts dran", sagte Cobra-Geschäftsführer Hansgeorg Hofmann der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag.

Die "Financial Times" hatte berichtet, es gebe Anzeichen dafür, dass Cobra ein Angebot zu 45 Euro je Commerzbank-Aktie akzeptieren könnte. Hofmann hatte bereits am Samstag gesagt, sein Unternehmen werde gegen jede Bemühung der Dresdner Bank, sich durch ein Herunterreden des Commerzbank-Kurses bessere Fusionsbedingungen zu schaffen, Widerstand leisten. Doch er werde eine Fusion nicht blockieren, wenn sie in einer Form geplant sei, die Sinn mache.

Branchenkenner gehen davon aus, dass bei einem Zusammengehen der beiden Banken die Commerzbank, die nach Börsenwert und Bilanzsumme etwas kleiner ist, der Juniorpartner würde. "Es dürfte auf eine de-facto Übernahme der Commerzbank durch die Dresdner herauslaufen", hieß es in Bankenkreisen. Auf diesem Wege würde Dresdner-Chef Bernd Fahrholz zumindest auf dem Papier nicht von seinem erst im Mai vorgestellte Konzept abweichen, wonach die Dresdner zur europäischen Beraterbank werden soll.

Die zwei Geldinstitute hatten vor zwei Wochen Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit bestätigt. Bei einer Fusion würde die zweitgrößte deutsche Bank mit einem Marktwert von knapp 42 Mrd. Euro hinter der Deutsche Bank mit einem Marktwert von gut 53 Mrd. Euro entstehen.

Die Aktien der Commerzbank gehörten am Dienstag in einem schwächeren Umfeld mit einem zeitweiligen Kursgewinn von beinahe fünf Prozent auf 38,15 Euro zu den Gewinnern. Im Verlauf bröckelten Commerzbank wieder ab. Händler verwiesen darauf, dass per saldo die Aktie ihren Kursverlust vom Vortag wieder ausgeglichen habe. Dresdner Bank zogen in der Spitze um rund ein Prozent auf 42,80 Euro an, bröckelten später ebenfalls ab.

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