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08.01.2001

11:38 Uhr

Ziel: Führender Autobauer der Welt

Schrempp strebt bei Chrysler wieder Gewinne an

Der Automobilkonzern ist von einer Rückkehr der US-Tochter Chrysler in die Gewinnzone überzeugt. Konzernchef Jürgen Schrempp sagte am Sonntagabend anlässlich der Autoschau in Detroit, der Konzern werde alle Ressourcen einsetzen, um bei der US-Sparte Chrysler wieder die Profitabilität früherer Jahre zu erreichen.

Reuters DETROIT. "Ich habe keine Zweifel, dass wir in der Lage sind, das zu schaffen", fügte er hinzu. Früheren Angaben zufolge wird Chrysler im vierten Quartal voraussichtlich einen Verlust von 1,25 Mrd. $ ausweisen. Der Chef der US-Sparte, Dieter Zetsche, sagte unterdessen, man wolle in diesem Jahr den Marktanteil zumindest halten. Chrysler hatte am Sonntag mitgeteilt, die Produktion im ersten Quartal um rund 26 % zu reduzieren.

Daimler - Intraday-Chart

Schrempps Worten zufolge ist Chrysler weiterhin Teil der Konzern-Strategie, auf längere Sicht der führende Autobauer der Welt zu werden. "Chrysler ist ein wesentliches, wichtiges Element in der Strategie von Daimler-Chrysler, der wirklich führende Autohersteller in den kommenden Jahren zu werden", sagte der Konzernchef. Er wiederholte frühere Aussagen, wonach ein Verkauf von Chrysler keinen Sinn machen würde. Chrysler habe ein operatives Problem und durch die nachlassende Nachfrage in Nordamerika zudem eine Herausforderung durch den Markt.



Aktien zogen leicht an

Die Aktien der Daimler-Chrysler zogen am Montag in einem insgesamt freundlichen Marktumfeld um rund ein Prozent auf knapp 47 Euro an, notierten damit allerdings weiterhin deutlich unter ihrem Niveau von 75 Euro vor rund einem Jahr.

Die US-Sparte des Stuttgarter Konzerns war in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres tief in die Verlustzone gerutscht, für das vierte Quartal hatte Daimler-Chrysler für die US-Tochter einen Verlust von etwa 1,4 Mrd. Euro angekündigt. Im November wurde Zetsche als neuer Chrysler-Chef mit der Ausarbeitung eines Programms zur grundlegenden Neuausrichtung bis Ende Februar beauftragt.

Wie Chrysler am Sonntag mitteilte, sollen in den nordamerikanischen Werken in den ersten drei Monaten dieses Jahres mit 678 700 Fahrzeugen 25,9 % weniger produziert werden als im Vorjahresquartal. Grund sei der sich abschwächende Automarkt in Kombination mit der aktuellen Wirtschaftslage in den USA. Die Maßnahme sei ein "konservativer und realistischer Schritt", hieß es. Vor Chrysler hatten bereits die beiden Wettbewerber Ford und General Motors (GM) Produktionssenkungen angekündigt.



Schrempp: "Wir sind in einer gesunden Situation"

Zur Finanzlage des Daimler-Chrysler-Konzerns sagte Schrempp: "Wir sind in einer gesunden Situation, das kann ich Ihnen versichern." Zum Umstrukturierungsplan für Chrysler äußerte er sich nicht weiter. Der Konzernchef sagte lediglich, das Programm werde sich nicht nur mit dem Jahr 2001 befassen, sondern auch mittelfristige Entwicklungen berücksichtigen. Eine Stellungnahme auf die Frage, ob ein verkleinerte Chrysler profitabler sein könnte, lehnte Schrempp ab. Analysten gehen davon aus, dass Chrysler in großem Umfang Stellen abbauen und möglicherweise auch Werke schließen wird. Die Marke Mercedes wird nach Schrempps Einschätzung nicht unter der Abschwächung des US-Marktes leiden.



Gemeinsames Vorgehen geplant

Chrysler-Chef Zetsche sagte mit Blick auf die weitere Entwicklung der US-Sparte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung": "Wir haben uns vorgenommen, unseren Marktanteil im laufenden Jahr zumindest zu halten." Wie zuvor bereits Konzernchef Jürgen Schrempp nannte Zetsche für 2001 einen erwarteten Absatz auf dem US-Markt für alle Hersteller zusammen von 16 Mill. Fahrzeugen, nach 17,4 Mill. im Jahr 2000. Zetsches Worten zufolge gibt es bei den Gesprächen mit Gewerkschaften und Händlern im Zusammenhang mit Restrukturierungsplänen eine grundsätzlich positive Stimmung, weil gemeinsam nach einer Lösung gesucht werde, um wieder profitabel zu werden.

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