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02.01.2002

06:46 Uhr

Ziel: Golf von Aden

Deutscher Marine-Verband läuft zum Anti-Terror-Einsatz aus

Der Anti-Terror-Einsatz der Bundeswehr nimmt konkretere Formen an. Am heutigen Mittwoch verlassen sechs Schiffe der Deutschen Marine den Nordseehafen Wilhelmshaven. Sie sollen im Golf von Aden die Sicherheit der Seewege gewährleisten und Verbindungswege terroristischer Organisationen unterbrechen.

dpa WILHELMSHAVEN/BERLIN. Der Verband besteht nach Marine-Angaben aus zwei Fregatten, einem Versorger, einem Tankschiff und zwei Tendern. Er steuert nach einer dreiwöchigen Anfahrt das Seegebiet am Horn von Afrika an.

Neun deutsche Offiziere waren bereits am Neujahrstag zusammen mit den übrigen Mitgliedern eines Erkundungsteams der internationalen Schutztruppe nach Afghanistan geflogen. Eine Luftwaffenmaschine vom Typ Airbus startete von London aus mit rund 150 Soldaten aus 18 Ländern. Nach einem Zwischenstopp im Golfstaat Oman wurde das Team an Bord einer britischen Maschine in Afghanistan erwartet. Als Zielflughafen waren Kabul oder Bagram vorgesehen.

Die neun Bundeswehr-Offiziere sollen die Grundlagen für den deutschen Einsatz im Rahmen der International Security Assistance Force (ISAF) legen. Das Erkundungskommando will unter anderem prüfen, unter welchen Bedingungen die Soldaten im Raum Kabul untergebracht und verpflegt werden können. Geklärt werden sollen auch die medizinische Versorgung und logistische Probleme.

Der internationalen Schutztruppe für Afghanistan sollen 4500 Soldaten angehören. Diese Zahl wurde nach Angaben führender britischer Tageszeitungen bei den am Montag abgeschlossenen Verhandlungen in Kabul vereinbart. Zuvor war die Größe der multinationalen Schutztruppe auf zwischen 5000 und 6000 Soldaten geschätzt worden.

Nach der Vereinbarung sollen jetzt etwa 800 Soldaten der Bundeswehr nach Afghanistan entsandt werden, hieß es in London. Das deutsche Kontingent war zuvor mit maximal 1200 Mann angegeben worden. Frankreich und die Niederlande wollen je 300 Soldaten nach Afghanistan schicken. Die übrigen Truppen sollen von den restlichen 13 Teilnehmerstaaten gestellt werden. Offiziell soll das Ergebnis der Verhandlungen zwischen dem britischen General John McColl und der afghanischen Übergangsregierung erst bei Unterzeichnung der Vereinbarung mitgeteilt werden. Nach der Paraphierung in Kabul vom Montag müssen jetzt alle Teilnehmerstaaten dem Abkommen zustimmen.

Zu den neun deutschen Offizieren des Erkundungsteams gehören ein Fachmann für Startbahn-Reparaturen, der die Schäden am Kabuler Flughafen begutachten soll, sowie ein Mediziner und zwei Verbindungsoffiziere für den britischen Militärstab.

Das deutsche Kontingent der UN-Schutztruppe wird vom Chef der Oldenburgischen Luftlandebrigade 31, Carl Hubertus von Butler, geleitet. Der Brigadegeneral soll in den nächsten Tagen von Scharping offiziell für diese Aufgabe benannt werden. Butler befehligt hauptsächlich Fallschirmjäger, die den Kern des deutschen Kommandos bilden werden.

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