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22.01.2003

07:17 Uhr

Ziele bekräftigt

Motorola-Gewinn übertrifft Prognosen

Der weltweit zweitgrößte Mobiltelefon-Hersteller Motorola hat im vierten Quartal dank kräftig gestiegener Handy- und Chip-Umsätze einen höheren Gewinn erzielt als von Analysten erwartet. Der Konzern bekräftigte zudem die eigenen Prognosen für das laufende Jahr, gab aber einen verhaltenen Ausblick für das erste Quartal.

Handy-Produktion bei Motorola. Foto: dpa

Handy-Produktion bei Motorola. Foto: dpa

Reuters CHICAGO. Für dieses Jahr rechne Motorola mit einem Anstieg des weltweiten Handy-Absatzes der Branche um bis zu zehn Prozent auf 430 bis 440 Millionen Stück, teilte der Konzern am Mittwoch bei einer Analystenkonferenz mit. Für den Chip-Markt erwartet Motorola 2003 ein Wachstum von zehn Prozent. Analysten sprachen von durchwachsenen Quartalszahlen und Prognosen. Der Aktienkurs zog zu US-Handelsbeginn an, rutschte dann aber ins Minus.

Der Nettogewinn lag bei 174 Millionen Dollar oder 0,08 Dollar je Aktie nach einem Verlust von 1,2 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor, wie Motorola bereits am Dienstag nach Börsenschluss mitgeteilt hatte. Vor Sonderposten lag der Gewinn bei 0,13 Dollar je Aktie und übertraf damit die eigene Prognose und die durchschnittliche Analystenerwartung von jeweils 0,10 Dollar.

Der Quartalsumsatz des in Schaumburg im US-Bundesstaat Illinois ansässigen Unternehmens stieg zum Vorjahr um drei Prozent auf 7,5 Milliarden Dollar. Binnen Jahresfrist steigerte das Unternehmen den Erlös allein in der Handy-Sparte um elf Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar. Bei Chips legte der Umsatz um 15 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar zu. Wie Handy-Weltmarktführer Nokia und andere Konkurrenten hatte Motorola im Verlauf von 2002 unter dem starken Nachfragerückgang im Zuge des weltweiten Konjunktureinbruchs gelitten.

Der Weltmarktanteil bei Mobiltelefonen habe sich zum Vorquartal um einen Prozentpunkt auf 19 Prozent erhöht, teilte Motorola weiter mit und begründete dies vor allem mit einem Zuwachs in Nord- und Südamerika. Der finnische Nokia-Konzern, dessen Quartalszahlen am Donnerstag erwartet werden, hat einen Anteil von mehr als einem Drittel am Weltmarkt. Für 2003 rechnet Motorola zwar mit einem Anstieg des weltweiten Handy-Absatzes, doch im ersten Quartal würden wohl nur 90 bis 95 Millionen Mobiltelefone verkauft nach rund 115 Millionen im Schlussquartal 2002.

Auch für die eigene Ergebnisentwicklung im laufenden Jahr zeigte sich Motorola zuversichtlich. "Auf kurze Sicht bleiben wir optimistisch, dass der Umsatz 2003 moderat wachsen wird", sagte Motorola-Chef Christopher Galvin. Der Konzern bekräftigte die Erlösprognose für dieses Jahr von 27,5 Milliarden Dollar und die Gewinnerwartung von 0,40 Dollar je Aktie. Die Weltwirtschaft zeige allmählich erste Erholungszeichen, erklärte Galvin. Werde diese Entwicklung nicht durch weltpolitische Ereignisse entscheidend gestört, könne sie sich positiv auf den Markt auswirken. Motorola stellt neben Handys und Halbleitern auch Funkgeräte und Empfänger für Kabelfernsehen her.

Für das laufende erste Quartal geht das Unternehmen jedoch nur noch von einem Gewinn je Aktie von maximal 0,02 Dollar aus. Analysten hatten bislang einen Gewinn vor Sonderposten von 0,05 Dollar je Aktie erwartet. Zudem werde der Umsatz mit Mobiltelefonen und Halbleitern wohl hinter den Zahlen für das abgelaufene Quartal zurückbleiben, erklärte Motorola.

Analysten erkannten in den vorgelegten Zahlen wenig Überraschendes. "Es war nicht gerade ein Aufsehen erregendes Quartal", sagte Todd Bernier von Morningstar. Der Bericht sei nicht schlecht gewesen, aber vom Hocker gehauen hätten ihn weder die Quartalszahlen noch die Prognosen. Motorola-Aktien verloren nach einem freundlichen Auftakt gegen den Trend an der Nasdaq mehr als 1,7 Prozent auf 8,6 Dollar. Nokia-Aktien legten in Helsinki dagegen geringfügig zu.

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