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02.01.2003

14:39 Uhr

Ziele erreicht

Adidas setzt auf Golf

Der Sportartikelhersteller Adidas-Salomon hat das für 2002 angepeilte Gewinnwachstum von fünf bis zehn Prozent klar erreicht. Zugleich teilte der fränkische Konzern am Donnerstag mit, die Golfmarke Maxfli übernommen und sich damit in dem stark wachsenden Sportsegment verstärkt zu haben.

Reuters HERZOGENAURACH. Die prozentuale Erhöhung des Nettogewinns sei im abgelaufenen Geschäftsjahr "am oberen Ende" der zuvor ausgegebenen Prognosespanne ausgefallen, sagte eine Firmensprecherin des nach Nike weltweit zweitgrößten Sportartikelherstellers. Damit bestätigte sie entsprechende Aussagen von Vorstandschef Herbert Hainer in einem in der Zeitung "Die Welt" (Donnerstag) abgedruckten Agenturinterview.

2001 hatte der Jahresüberschuss von Adidas rund 208 Mill. ? betragen. Der Vorjahresumsatz von rund 6,1 Mrd. ? sei 2002 ebenfalls erwartungsgemäß um 5 % gesteigert worden, sagte die Sprecherin weiter. Die Adidas-Aktie legte am ersten Handelstag des neuen Jahres in einem freundlichen Gesamtmarkt zunächst um gut 1 % zu, verlor dann aber bis zum frühen Nachmittag gut 1 % auf 81,40 ?. Das Papier hatte 2002 unter den 30 Top-Werten des Deutschen Aktienindex Dax am wenigsten verloren. Die Aktie hatte lediglich einen Kursverlust von 4 % hinnehmen müssen. Der gesamte Dax hatte hingegen im Jahresverlauf 44 % abgegeben. Auch der Branchenprimus Nike hatte ein Kursminus von 21 % verkraften müssen.

Maxfli-Übernahme soll Schuldenabbau nicht gefährden

Für 2003 bekräftigte Hainer in dem Interview die bisherigen Ziele, wonach er mit einem stärkeren Ergebnisanstieg als im Vorjahr und mit einem Umsatzplus von mindestens 5 % rechnet. Zugleich teilte Adidas mit, die Option zur Übernahme von "Maxfli", einer Marke für Golfbälle und Golfzubehör, ausgeübt zu haben. Konkrete finanzielle Angaben zu der Vereinbarung mit dem bisherigen Eigner Dunlop Slazenger Group wurden nicht gemacht. Allerdings hieß es, das Ziel von Adidas, die Schulden 2002 und 2003 weiter zu senken, werde von der Übernahme nicht beeinflusst. Ende September hatte Hainer angekündigt, der fränkische Konzern wolle seinen Schuldenberg von rund 1,7 Mrd. ? um mindestens 100 Mill. ? jährlich verringern.

"Das ist ein vernünftiger Schritt", kommentierte ein Frankfurter Fondsmanager die Übernahme. Während der Tennis-Boom vorüber sei, halte die Nachfrage im Golf-Bereich an.

Adidas-Salomon war Ende 2001 eine Lizenz- und Vertriebsvereinbarung mit Maxfli eingegangen und hatte in diesem Zusammenhang auch die Kaufoption erhalten. Im abgelaufenen Jahr seien bereits wesentliche Synergien zwischen dem übernommenen Anbieter und der hauseigenen Golfsparte TaylorMade-adidas Golf realisiert worden, hieß es. Für die kommenden Jahre werde durch die Zusammenführung mit einem weiteren positiven Einfluss auf die operativen Margen gerechnet.

Durch die Zusammenarbeit mit Maxfli konnte Adidas eigenen Angaben zufolge den Anteil am weltweiten Markt für Golfbälle, der ein Gesamtvolumen von 1,2 Mrd. $ hat, auf 7,5 % von zuvor 1 % steigern. In den ersten neun Monaten 2002 hatte TaylorMade der Konsumflaute getrotzt und den Umsatz im Vorjahresvergleich um 18 % auf 516 Mill. ? gesteigert. Analysten zufolge schlägt sich die Konjunkturkrise im Golfsport kaum nieder. "Es gibt einige Bereiche, wo die Leute ihre Aussgaben einfach nicht zurückstutzen", sagte ein Analyst.

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