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04.08.2000

08:35 Uhr

"Zinsen auf hohem Preisniveau sehr anfällig"

US-Kreditmärkte blicken mit Sorge auf Arbeitsmarktdaten

Analysten erwarten Kursrückgänge, wenn die US-Arbeitsmarktdaten für Juli eine niedrigere Arbeitslosenquote aufweisen sollten.

Reuters NEW YORK. Die Staatsanleihen an den US-Kreditmärkten könnten nach Einschätzung von Analysten Kursrückgänge sehen, wenn die US-Arbeitsmarktdaten für Juli eine niedrigere Arbeitslosenquote aufweisen sollten. Die Treasuries waren in den vergangenen Wochen unter der Annahme, dass sich die Konjunktur in den USA abkühlt und die US-Notenbank die Zinsen nicht weiter erhöhen muss, sehr stark gestiegen. Nun seien sie auf ihrem hohen Preisniveau sehr anfällig beim kleinsten Zweifel am Szenario der weichen Landung der US-Wirtschaft. "Deshalb bin ich etwas besorgt wegen des Arbeitsmarktberichts", sagte Ethan Harris, Chefvolkswirt von Lehman Brothers.

Am Donnerstag hatten die US-Staatsanleihen zunächst von der Flucht in die Qualität profitieren können, die wegen der Schwäche der Aktienmärkte eingesetzt hatte. Als sich die Technologiebörse Nasdaq jedoch erholte und der Index ins Plus drehte, gaben die Anleihen ihre Kursgewinne wieder ab. Die richtungweisende 30-jährige US-Staatsanleihe ging 12/32 Ticks höher mit 107-7/32 Punkten bei einer Rendite von 5,74 % aus dem Geschäft. In Tokio war der Kurs am Freitag unverändert. Die zehnjährige Staatsanleihe schloss nach plus 5/32 Stellen mit 103-29/32 Punkten (Rendite 5,96 %).

Bei den amerikanischen Arbeitsmarktdaten erwarten die von Reuters befragten Volkswirte einen leichten Anstieg der Beschäftigtenzahl um 58 000 und eine unveränderte Arbeitslosenquote von 4,0 %. Schon wenn die Quote auf 3,9 % sinkt, werden die Kurse der Staatsanleihen nach Einschätzung von Händlern wahrscheinlich sinken. Und dazu gehört Lehmann-Volkwrit Harris zufolge nur ein geringfügig höherer Stellenanstieg. Denn im Juni habe die Quote 3,966 % betragen und sei auf 4,0 % aufgerundet worden. Nun müsse sie nur auf 3,949 % liegen, um auf 3,9 % abgerundet zu werden.

Aber selbst wenn die Arbeitsmarktdaten schwach ausfallen sollten, dürften die Staatsanleihen nur schwer zulegen können, da das Schatzamt in der kommenden Woche Neuemissionen im Volumen von 25 Mrd. $ begeben wird.

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