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29.01.2003

22:43 Uhr

Zinsentscheidung der Fed hilft Kursen auf die Sprünge

US-Börsen schließen im Plus

Nachdem wachsende Sorgen der Anleger über die Konjunkturauswirkungen eines Irak-Kriegs die US-Börsen zunächst belastet hatten, sorgte die Entscheidung der US-Notenbank (Fed), die Leitzinsen unverändert zu lassen, für eine Wende an den amerikanischen Aktienmärkten.

Reuters. Analysten sagten, der Markt habe die Entscheidung der US-Notenbank Fed, die Zinsen unverändert zu lassen als Anzeichen dafür gewertet, dass sich die US-Konjunktur nicht weiter abschwächen werde. Andere Analysten sprachen dagegen von einer technischen Korrektur in einem überverkauften Markt.

Der Dow-Jones-Index schloss 0,3 Prozent höher auf rund 8111 Zählern, der technologielastige Nasdaq-Index stieg um 1,2 Prozent auf rund 1358 Punkte. Der breiter gefasste S&P-Index ging mit einem Plus von 0,7 Prozent auf rund 864 Punkten aus dem Handel.

"Der Markt ist überverkauft. Wir haben an sieben von neun Handelstagen schwächer geschlossen, und wir hatten eine Korrektur nötig", sagte Robert Basel, Händler bei Salomon Smith Barney. "Es wird noch bis zum Ende des Tages dauern, bis wir alles verdaut haben, was die Fed gesagt hat, aber sie haben offenbar nichts gesagt, was sehr negativ oder noch nicht bekannt ist."

Analysten sagten, der Fed-Beschluss sei an den Finanzmärkten weitgehend erwartet worden. Die Notenbank bezeichnete außerdem die Konjunktur- und Inflationsrisiken weiter als ausgeglichen. Der als Schlüsselzins geltende Zielsatz für Tagesgeld bleibt damit bei 1,25 Prozent und damit auf dem niedrigsten Niveau seit mehr als 40 Jahren. "Die Erklärung konzentriert sich weiterhin auf die weltpolitischen Risiken und auf die Aussicht auf einzelne konjunkturelle Verbesserungen, wenn die weltpolitischen Risiken ausgeräumt sind", sagte Alan Ruskin von 4Cast Ltd in New York.

Im frühen Geschäft hatten wachsende Kriegsängste nach den Äußerungen von US-Präsident George W. Bush in seiner Rede zur Lage der Nation die Kurse ins Minus gedrückt. Bush hatte Irak darin völlige Missachtung der Abrüstungsforderungen der Vereinten Nationen (UNO) vorgeworfen. Er kündigte zudem an, dem UNO-Sicherheitsrat in der nächsten Woche Beweise für irakische Massenvernichtungswaffen vorzulegen.

Die Aussichten auf einen weiter steigenden Ölpreis gaben den Aktien der Ölkonzerne Auftrieb. Die Titel von Exxon Mobil legten um rund 3,6 Prozent auf 33,85 Dollar zu und BP-Aktien gewannen rund fünf Prozent auf 38,30 Dollar. Deutliche Kursgewinne verbuchten auch die Aktien des US-Chipherstellers Rambus, die rund 57 Prozent auf 11,69 Dollar anzogen. Der Beschwerde des Unternehmens in dem seit Jahren andauernden Patent-Rechtsstreit mit dem Münchener Chip-Hersteller Infineon vor einem US-Berufungsgericht war stattgegeben worden.

Pharma-Aktien legten ebenfalls deutlich zu. Händler sagten, die Anleger hofften, dass die von der US-Regierung geplanten Reformen des staatlichen Gesundheitsprogramms die Nachfrage nach Medikamenten steigern würden. Merck-Aktien legten um rund 1,8 Prozent auf 55,39 Dollar zu, die Titel von Pfizer stiegen rund 1,8 Prozent auf 30,55 Dollar.

Die am meisten gehandelten Titel an der New Yorker Börse waren die Aktien von Kraft Foods. Sie verloren rund 13,6 Prozent auf 31,20 Dollar, nachdem der größte US-Nahrungsmittelhersteller angekündigt hatte, der Gewinn werde 2003 wohl hinter den Erwartungen zurückbleiben. Die Papiere des Kraft-Mutterkonzerns Altria gaben 3,5 Prozent auf 37,03 Dollar nach. Der Altria-Gewinn ist im abgelaufenen Quartal wegen niedrigerer Umsätze und hoher Werbeausgaben um knapp 20 Prozent gesunken. Der Konzern hatte sich am Montag von Philip Morris in Altria umbenannt.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,57 Milliarden Aktien den Besitzer. 1850 Werte legten zu, 1390 gaben nach und 193 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,47 Milliarden Aktien 1582 im Plus, 1596 im Minus und 20 unverändert.

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