Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.02.2001

01:02 Uhr

Während die Zinssenkung Anfang Januar überraschend kam und die Anleger richtig wach rüttelte, konnten die reduzierten Leitzinsen in dieser Woche niemanden hinter dem Ofen hervorlocken. Denn mit einer Senkung von einem halben Prozentpunkt hatten alle Investoren gerechnet und sich dementsprechend schon im Vorfeld mit Aktien eingedeckt. Die wurden dann gleich wieder verkauft, als die Notenbank die Entscheidung bekannt gab.



Die Quartalssaison geht langsam zu Ende. Die meisten Unternehmen haben ihre Bilanzen veröffentlicht. Philip Morris war ein Nachzügler. Der Gewinn ist gestiegen, daher konnte sich die Aktie in diesen Tagen verteuern. Höhere Zigarettenpreise kamen dem Unternehmen zugute. Philip Morris war die beste Aktie des vergangenen Jahres, da sie sich nahezu verdoppelt hat. Nach Michael Sauerborn, Aktienexperte beim New Yorker Investmenthaus Merrill Lynch, sind auch die weiteren Perspektiven nicht schlecht. Die Teilausgliederung der Lebensmittelsparte mache den Wert transparenter und könnte für höhere Kurse sorgen.



Amazon

macht Verluste. Aber zum ersten Mal seit fünf Jahren hat der Vorstandschef gesagt, dass das Internetkaufhaus die Gewinnzone erreichen wird. Ende des Jahres will Amazon das Break Even schaffen. Mindestens 20 Analysten haben sich daraufhin gemeldet. Kaum einer hat seine Empfehlung auf die Aktie verändert. Aber so gut wie alle äußerten sich skeptisch. Ebenso Michael Sauerborn. Er geht davon aus, dass das Internetunternehmen weiterhin ein Minus schreibt. Die Umsätze werden in diesem Jahr wohl nicht besonders hoch ausfallen. Das aber ist für Amazon sehr wichtig.



Das weltgrößte Internet- und Medienunternehmen heißt AOL Time Warner. Die Aktie hat sich in diesem Jahr kräftig verteuert. Im Januar ging es rasant nach oben. Nun kam es in dieser Woche zu einigen Gewinnmitnahmen, auch nach den vorgelegten Quartalszahlen. AOL hat viele neue Abonnenten gewonnen. Time Warner hat Probleme mit einigen Fernsehsendern wie CNN. Insgesamt ist der Konzern aber gut für die Zukunft gerüstet. Nach Sauerborn ist das Papier zwar gegenüber seinen Konkurrenten etwas zu teuer. Daher sollten Anleger Kursschwächen für einen Kauf abwarten. Aber der Wert sei am Besten positioniert.



Der Dow Jones-Index verbesserte sich im Wochenvergleich um zwei Prozent und notiert jetzt bei 10.864 Punkten. Immerhin ist er in dieser Woche kurz über die 11.000er-Marke gehüpft, hat sie aber nicht nachhaltig überwunden. Die Nasdaq Index verlor rund vier Prozent.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×