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23.01.2003

13:09 Uhr

Zu wenig Nutzer für mobilen Zahlungsverkehr

Paybox stellt Bezahldienst teilweise ein

Statt auf das Privatkundengeschäft will sich die Paybox-Gruppe nun auf das Dienstleistergeschäft mit mobilen Zahlungssystemen für Unternehmen konzentrieren. Das hat einen Stellenabbau zur Folge.

Reuters FRANKFURT. Das vor rund zwei Jahren unter dem Namen "Paybox" eingeführte Privatkundengeschäft habe sich nicht erwartungsgemäß entwickelt, teilte das Technologieunternehmen Paybox am Donnerstag mit. "Es ist uns nicht gelungen, die kritische Masse aktiver Nutzer zu erreichen." Die Deutsche Bank sei zudem als Hauptaktionär ausgestiegen. Paybox hatte als bislang branchenweit einziges Unternehmen eine Technologie entwickelt, mit der Handy-Nutzer unabhängig vom Netzanbieter mit ihrem Handy kostenlos Kleinbeträge bezahlen oder Geld überweisen konnten. Statt auf das Privatkundengeschäft will sich die Gruppe nun auf das Dienstleistergeschäft mit mobilen Zahlungssystemen für Unternehmen konzentrieren.

Keine Unterstützung mehr von Banken und Telekom-Firmen

Der Dienst werde in Deutschland, Schweden und Großbritannien eingestellt, und in Österreich und Spanien unter neuen Besitzern fortgeführt, hieß es. Entgegen den Erwartungen habe sich der Markt für mobile Bezahldienst "sehr langsam" entwickelt, begründete Paybox den Kurswechsel in der Unternehmensstrategie. Das "anhaltend schwache Investitionsklima" habe zu einer mangelnden Kooperationsbereitschaft bei Banken und Telekom-Unternehmen geführt, die für die Erschließung des Marktes unerlässlich seien.

Die Zurückhaltung spürte Paybox unmittelbar, da neben der Deutschen Bank auch der Mobilfunkdienstleister Debitel zu den Gesellschaftern gehört. Debitel beteiligte sich im vergangenen Jahr nicht an einer Kapitalerhöhung, was den Kapitalanteil an der deutschen Paybox-Tochter auf rund 1,6 Prozent rutschen ließ. Die Deutsche Bank veräußerte dann Ende vergangenen Jahres ihren Mehrheitsanteil an der Paybox-Muttergesellschaft der fünf europäischen Töchter an das Management. Debitel hatte beim Einstieg bei Paybox angekündigt, Paybox bis Mitte 2002 allein in Deutschland rund 1,2 Millionen Kunden zuzuführen. Der Kapitalanteil sollte auf bis zu 40 Prozent aufgestockt werden. Inzwischen hat die akquisitionswillige Debitel die Restbeteiligung vollständig abgeschrieben.

Paybox-Gruppe plant deutlichen Stellenabbau

Die Restrukturierung der Paybox-Gruppe wird nach Unternehmensangaben mit einem "deutlichen" Personalabbau einhergehen. Zuletzt beschäftigte Paybox 50 Mitarbeiter. Die kostenintensiven Bezahldienste mittels Handy könnten nach Abschluss einer Restrukturierung in Deutschland, Schweden und Großbritannien wieder aufgenommen werden, hieß es. In Österreich sei der Bezahldienst dagegen an den Mobilfunkanbieter Mobilkom Austria veräußert worden, in Spanien habe das dortige Management die Privatkundenaktivitäten erworben. Sämtliche Marken-, Lizenz- und Patentrechte blieben der Gruppe jedoch uneingeschränkt erhalten. Zuletzt nutzten nach Unternehmensangaben europaweit rund 750.000 Kunden den Service, für den Paybox nur eine Grundgebühr verlangte. Bei rund 10.000 Händlern und Dienstleistern wurde das Bezahlen per Mobiltelefon akzeptiert.

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