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25.02.2003

15:00 Uhr

Sie meldeten sich nach unseren Berichten und Kommentaren zum deutschen Bankenmanagement sowie dem ARD-Beitrag, wonach Vorstand und Finanzministerium beim 3.Telekom-Börsengang milliardenschwere Risiken verschwiegen, die Anleger möglicherweise damit getäuscht haben sollen.

Und dann auch noch der Skandal beim niederländischen Ahold-Konzern, einem beliebten Börsenwert. "Es bleibt dabei: Nieten in Nadelstreifen", lautet ein Zuschrift lapidar.

Ich kann Sie gut verstehen. Und schlimmer noch als die individuellen Erfahrungen sind die Folgen: Eine Vertrauenskrise, die den Aktienmarkt und die Volkswirtschaft insgesamt belastet. Aber: Es handelt sich nach wie vor um Einzelfälle, in Amerika wie in Europa. Das soll keine Entschuldigung, sondern nur eine Relativierung sein.

Nicht zu entschuldigen ist, dass ein Jahr nach seiner Vorstellung durch die Cromme-Kommission viele Börsengesellschaften der neuen Corporate-Governance-Kodex noch missachten. Deshalb darf sich niemand wundern, wenn der Gesetzgeber wieder aktiv wird: Vorstände und Aufsichtsräte sollen persönlich für ihre Entscheidungen haftbar gemacht, das Klagerecht für Aktionäre erweitert werden.

Wenn wir demnächst einmal Fernsehbilder sehen, wie ein Top-Manager in Handschellen abgeführt wird, wäre das kein Anlass zu Freude. Schärfere Regeln sind zwar erforderlich. Vertrauen kann aber nur durch verantwortungs-volles Handeln zurückgewonnen werden. Corporate Governance, also die Qualitätskontrolle für die Unternehmensführung, muss erkennbar praktiziert werden - sonst lassen Sie die Hände von der Aktie!

Unsere Top-Manager brauchen Zuckerbrot und Peitsche - sie sollen gut verdienen, wenn sie gut arbeiten, aber auch dafür haften, wenn sie Mist machen!

Machen Sie?s gut - bis morgen!

Hier erreichen Sie den Autoren per Email: h.kutzer@vhb.de

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