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29.01.2003

11:08 Uhr

Zukunft unter HVB-Dach weiter unklar

DAB verspricht Ende der Verluste

Mit mehr Vertriebsorientierung will die seit Jahren unprofitable DAB Bank 2003 endlich die Verlustzone verlassen. Unklar ist weiterhin, welche Rolle die Direktbank im Sanierungsplan des Mehrheitsaktionärs HVB spielt.

Reuters FRANKFURT. Das Ziel einer Ertragswende gelte auch, wenn die Marktflaute 2003 anhalten werde, sagte Vorstandsmitglied Alexander von Uslar am Mittwoch in Frankfurt. Dabei setze die Direktbank künftig auf eine verbesserte Beratung der Kunden. Diese wolle sie mit Partnerfirmen erreichen. Noch schlechteren Marktbedingungen will die Bank mit zusätzlichen Kostensenkungen begegnen. Die DAB schreibt seit Jahren rote Zahlen. Im Geschäftsjahr 2001 verbucht die Bank einen Verlust nach Steuern von 196 Millionen Euro. Auch 2002 wird keine Besserung erwartet.

Zur Zukunft der Münchener Direktbank, die nach Ansicht von Analysten vielleicht in die HVB eingegliedert wird, wollte von Uslar nichts Konkretes sagen. Er ließ aber durchblicken, dass das Schicksal der DAB nicht davon abhänge, ob 2003 wie angekündigt die Verlustzone verlassen werde: "Es ist nicht so, dass ein Verlust der DAB im Jahr 2003 über Wohl und Wehe entscheidet." Von Uslar betonte, die Bank solle in ihrer jetzigen Form in die Gewinnzone gelangen: "Wir sehen es als unsere Aufgabe, die DAB Bank, so wie sie heute steht, in die langfristige Profitabilität zu führen".

Die zweitgrößte deutsche Bank HVB hat noch nicht bekannt gegeben, ob sie die DAB Bank selbstständig lassen, reintegrieren, verkaufen, schließen oder mit einer anderen Direktbank fusionieren will. Der neue HVB-Chef Dieter Rampl hatte allerdings Mitte Januar erklärt, das Engagement bei der DAB werde so gestaltet werden, dass sich das eingesetzte Kapital wieder rentiere. Nach Angaben aus Branchenkreisen wird sich der HVB-Aufsichtsrat am Mittwochnachmittag mit der Restrukturierung befassen.

Die DAB teilte mit, sie plane 2003 im Stammhaus DAB AG mit einem Ertrag von rund 90 Millionen Euro und wolle auch den Aufwand in dieser Höhe begrenzen. Eine Vergleichszahl für das abgelaufenen Geschäftsjahr nannte die Bank nicht. Das verwaltete Kundenvermögen in Deutschland und Österreich sei 2002 auf 9,38 (10,97) Milliarden Euro gesunken, hieß es lediglich.

Nach den Umstrukturierungen des vergangenen Jahres wolle die Direktbank durch eine stärkere Vertriebsorientierung neue Erträge generieren, hieß es. Zwar blieben Börsentransaktionen für Anleger das Kerngeschäft, doch solle mit Hilfe von Partnerfirmen künftig mehr Beratung angeboten werden.

Die Bank hatte 2002 Personal abgebaut, ihre Anlagezentren in zehn Städten geschlossen und Verlust bringende Auslandstöchter verkauft. Von Uslar sagte, die inzwischen an die französische Boursorama verkaufte Frankreich-Tochter Selftrade und die an die Bank Sarasin verkaufte Schweizer DAB-Tochter hätten zuletzt 60 Prozent der DAB-Verluste verursacht. Die im Nemax50 notierte DAB-Aktie verlor am Mittwoch 1,75 Prozent auf 2,25 Euro.

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