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25.12.2011

12:56 Uhr

Zukunftsforscher Horx

„Wir kommen in ein asiatisches Zeitalter“

Das Jahr 2012 steht im Zeichen von Fernost - meint zumindest der Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx. „Wir kommen von einem amerikanischen in ein asiatisches Zeitalter“, sagt der 56-Jährige in einem Interview.

Trendforscher Mattias Horx erwartet ein asiatisches Jahrhundert. dpa

Trendforscher Mattias Horx erwartet ein asiatisches Jahrhundert.

Der renommierte Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx (56) wirft einen Blick auf 2012. Im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur erklärt der Soziologe und Publizist den gesellschaftlichen Wandel von morgen.

Herr Horx, was wird die Deutschen 2012 beschäftigen und belästigen?

Matthias Horx: Das, was es auch heute tut: die Euro-Krise, der blöde Nachbar, die neuesten Apple-Produkte, Rückenschmerzen, Burnout. Und natürlich das Wetter. Die Zukunft hält sich nicht an Jahreszahlen.

Welche neuen Trends sehen Sie?

Es gibt verschiedene: etwa soziokulturelle Trends, Mode- und Konsumtrends und viele mehr. Am spannendsten sind die Megatrends, die langfristigen Konstanten des Wandels: Globalisierung, digitale Vernetzung, Individualisierung, Feminisierung, Alterung, neue Arbeitsformen, die neue Rolle der Frauen, die Bildungsentwicklung.

Ein Beispiel für einen soziokulturellen Trend?

Auf der soziokulturellen Ebene ist der stärkste Trend derzeit „Retro“. Die Mode, die Musik, die Gedanken - alles dreht sich um eine Idealisierung der Vergangenheit, die angeblich besser war als die Gegenwart. Das wird weitergehen. Die Zukunft und das Nach-Vorne-Schauende stehen nicht so hoch im Kurs.

Was schwappt aus den asiatischen Metropolen oder den USA herüber?

Generell: Wir kommen von einem amerikanischen in ein asiatisches Zeitalter. Während die US-Kultur die Welt ein halbes Jahrhundert prägte, ist jetzt das asiatische Kulturelement im Vormarsch: in den Glaubensformen (Buddhismus), in der Küche, in der Denkweise des Ganzheitlichen. „Alles hängt mit allem zusammen.“ Dieser Trend wird sich weiter verstärken.

Wie ermitteln Sie Trends? Nicht mit dem Blick in die Glaskugel, oder?

Moderne Zukunftsforschung ist eine Synthese aus Systemanalyse, Spieltheorie, Kognitionspsychologie, Evolutionstheorie und Verhaltensökonomik. Dazu gehört eine Menge Statistik, aber auch die empirische Beobachtung gesellschaftlicher Zustände, bei denen man Veränderungsbewegungen eben als „Trends“ bezeichnet.

Kommentare (11)

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25.12.2011, 13:18 Uhr

Wieder jemand, der so garnicht verstanden hat!

Dass Ostasien so blüht, liegt sicher nicht an deren Eigeninitiative. Wir schaffen Ostasien das Wachstum, was keinesfalls nachhaltig ist. Nahezu jedes zweite Industrieprodukt der heutigen Zeit, stammt aus China oder Japan! Ohne Aufträge aus dem alten Westen, sähen diese Länder jedoch bitterarm aus! Früher gab man den Kolonialstaaten Glasperlen und Schnaps zur Zahlung, und heute wertlose Baumwollscheinchen namens "Dollar". Langsam wachen die Chinesen und andere auf, und versuche ihre wertlosen Geldreserven in Sachwerte zu investieren! Bricht das Kartenhaus Fiat-Money zusammen, und das wird es!!, so zählt wieder die militärische Waffentechnik. Und da sind die Amerikaner halt einsame Spitze! bei einem weltweiten Schuldenschnitt, der bald kommen mag, wird wieder bei Null angefangen! Also ich würde bei weitem nicht alles auf die Karte Asien setzen! Alles nur eine Frage des Blickwinkels!

Zyniker

25.12.2011, 13:44 Uhr

Mit Verlaub, aber ein dümmeres Geschwafel habe Ich selten gelesen. Unoriginelles Wiederholen von Allgemeinplätzen und pseudo-wissenschaftliche Phrasendrescherei kombiniert mit geschäftstüchtigem Geltungsbedürfnis und schon hat man einen idealtypischen Vertreter unserer modernen Mediengesellschaft.

Weihnachtliche Grüße
L

RETRO

25.12.2011, 14:28 Uhr

Einzelne fehlgedeutete Aspekte ziehen den Artikel "runter". Beispielsweise "modernes Retro" wurde nicht kapiert. Der Satz "Die Zukunft und das Nach-Vorne-Schauende stehen nicht so hoch im Kurs." ist in Bezug RETRO Quatsch. RETRO der modernen Interpretation, heißt hochmodernes Inneres in "Gehäuse" zu packen, die retrohaft aussehen. RETRO ist ein Aspekt des Außendesigns, aber ganz sicher nicht des Innenlebens. Hier steht die Zukunft (Innenleben) im Fokus und nicht die Vergangenheit. Also wurde es nicht verstanden.

Das Zeitalter ist sicher ein asiatisches Zeitalter, aber auch Asiaten mögen originäre Bezüge. Ein "Made in Germany, France, Italy, Spain ..." muss nur reanimiert und genutzt werden. Nicht jedes Unternehmen nutzt es allerdings. Etliche meinen die Identität allein in der Marke zu suchen und was weiß ich wo fertigen zu müssen. Diese Unternehmen gehen einen hochrisikoreichen Weg, sie werden austauschbar. Warum sollen Kunden diese "Made in China-Produkte" überteuert kaufen, wenn ein chinesisches Unternehmen mit internationalem Topmanagment es preiswerter und besser liefern kann. Wenn Kunden es merken, spüren und hinterfragen, kann man diese Strategie der reinen Markenideologie "vergessen (um es wohlformuliert zu sagen" ... man kann auch sagen, nicht jeder Hersteller hat den Knall gehört.

Lokale Landesbezüge sind "nicht kopierbar"- sind muss man allerdings pflegen und kultivieren, auch das kapieren manche Markenhersteller besser und andere schlechter.
Die ... die es schlechter verstehen, werden irgendwann aufwachen und feststellen, dass ihre Marke abrutscht und sie sich nun in einem reinen Verdrängungswettbewerb befinden. Die eigene Marke wurde schlicht überschätzt und ganze Käufergruppen unterschätzt. Marken können auch sterben, wenn sie unpfleglich beahndelt werden.

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