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23.01.2003

10:50 Uhr

Zunehmende Akzeptanz digitaler Bezahl-Dienste

Web.de schreibt erstmals schwarze Zahlen

Der Internet-Dienstleister Web.de hat im vierten Quartal 2002 erstmals seit Bestehen schwarze Zahlen geschrieben und will 2003 profitabel bleiben.

Reuters KARLSRUHE. "Wir wollen unser Wachstumstempo beibehalten und werden 2003 in jedem Quartal Gewinne machen", versprach Vorstand Matthias Hornberger am Donnerstag im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Im Schlussquartal 2002 habe Web.de 100 000 Euro Gewinn erwirtschaftet und damit das vor fast drei Jahren zum Börsengang am Neuen Markt angekündigte Ziel punktgenau erreicht. "Das zeigt dass unser Geschäftsmodell funktioniert", betonte der Vorstand. Zur Gewinnwende trug freilich maßgeblich das Finanzergebnis von 900 000 Euro bei. Im vierten Quartal 2001 hatte Web.de noch 23,8 Millionen Euro Verlust hinnehmen müssen. Im laufenden Jahr wolle Web.de auch den Sprung ins Ausland schaffen, sagte Hornberger.

Im Gesamtjahr 2002 hat das Karlsruher Internet-Portal nach vorläufigen Angaben noch 12,9 Millionen Euro Verlust gemacht, nach 50,4 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Der Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei auf 4,2 (Vorjahr: 31,8) Millionen Euro geschrumpft. Der Umsatz stieg 2002 um 42 Prozent auf 23,6 Millionen Euro. Die zum Börsengang geäußerten Hoffnungen wurden angesichts der anhaltenden Flaute auf dem Online-Werbemarkt weit verfehlt. Mit digitalen Diensten von Klingeltönen fürs Handy bis zum Online-Lotto, die im vergangenen Jahr 40 Prozent zum Umsatz beisteuerten, habe Web.de dies aber zum Teil kompensiert, sagte Hornberger. 300 000 der rund zehn Millionen registrierten Nutzer beanspruchten diese kostenpflichtige Dienste. "Web.de hat damit die Kostenlos-Mentalität im Internet überwunden", sagte der Vorstand.

Mit den von Hornberger anvisierten Wachstumsraten käme das Internet-Unternehmen 2003 auf 33,5 Millionen Euro Umsatz. Dazu beitragen sollen auch die im vierten Quartal 2002 eingeführten Telekommunikationsdienste, die über das Internet nur gesteuert, aber über gewöhnliche feste oder mobile Leitungen abgewickelt werden. Im Ausland werde Web.de nicht unter dem eigenen Namen auftreten, sondern seine Dienste Telekommunikationsunternehmen unter deren Label anbieten, erklärte Hornberger.

Um rund 80 Millionen Euro sei der Mittelbestand von Web.de seit dem Börsengang geschmolzen. Noch immer hat das Unternehmen aber 98 Millionen Euro an liquiden Mitteln, im vierten Quartal wuchs der Bestand sogar erstmals wieder um drei Millionen Euro. Allein in den vergangenen drei Monaten habe die Anlage dieser Gelder 900 000 Euro gebracht, sagte der Vorstand. Die Aktie von Web.de, die als Kandidat für den neuen TecDax gehandelt wird, verharrte am Donnerstag bei 5,48 Euro.

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