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09.01.2003

14:38 Uhr

Zur Sanierung mehrere Konzepte denkbar

Discounter Urban stellt Insolvenzantrag

Die Kölner Discounter-Kette Urban hat einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wegen drohender Zahlungsunfähigkeit gestellt. Das bestätigte am Donnerstag der vorläufige Insolvenzverwalter Jörg Nerlich in Köln.

HB/dpa KÖLN. Die Kette habe im vergangenen Jahr bei rund 100 Mill. ? Umsatz Schulden in Höhe von 23 Mill. ? angehäuft. Den rund 1 000 Beschäftigten konnte das Gehalt für Dezember 2002 nicht mehr ausgezahlt werden, gleiches habe für Januar 2003 gedroht. Ob die Kette verkauft werde, sei noch unklar.

Der Insolvenzantrag sei am Montag beim Amtsgericht Köln gestellt worden, das ihn daraufhin zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt habe, sagte Nerlich. "Meine erste Maßnahme war, dass ich die Gehälter von Dezember bis Februar gesichert habe." Dazu habe er einen Kredit in Höhe von mehr als zwei Mill. ? aufnehmen müssen. Der Betrieb könne so zunächst weiter gehen. Im März werde voraussichtlich das Insolvenzverfahren eröffnet. Als Grund für die drohende Zahlungsunfähigkeit wurde neben der schwachen Konjunktur ein zunehmender Kampf im Niedrigpreis-Sektor genannt.

Urban verkauft Bekleidung, Geschenk- und Schreibwarenartikel sowie kleinere Haushaltsgeräte zu Billigpreisen. Die meisten der 214 Filialen befinden sich in Nordrhein-Westfalen, weitere in Rheinland- Pfalz und Hessen. Zur Sanierung seien mehrere Konzepte denkbar, erklärte Nerlich. Dazu gehöre die Schließung einiger Filialen, die Erweiterung der Produktpalette, Aktionswochen etwa zu Karneval, aber auch der Verkauf der Kette. Gespräche dazu gebe es noch nicht. Das Unternehmen ist zu 75 % im Besitz der Gründerfamilie Bitzer, 25 % gehören Günter Heinzmann, der auch einer der zwei Geschäftsführer ist.

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