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26.07.2000

19:49 Uhr

Zusammanschluss oder Kooperation mit Großfirmen anstreben

B&C - Internet-Start-ups brauchen "Old Economy"

Bain & Company rechnet damit, dass 70 bis 80 % der bis zu 4500 noch nicht börsennotierten deutschen Internet-Start-ups vom Markt verschwinden werden.

Reuters MÜNCHEN. Der überwiegende Teil junger Internet-Unternehmen werde einer Studie zufolge nur dann überleben, wenn sie sich zusammen schließen oder mit etablierten Großfirmen kooperieren. Die Management-Beratung Bain & Company (B&C) rechnet nach eigenen Angaben damit, dass 70 bis 80 % der bis zu 4500 noch nicht börsennotierten deutschen Internet- Start-ups vom Markt verschwinden werden. Darin seien jedoch viele Konsolidierungen und Zusammenschlüsse enthalten, die Ausfallrate durch Konkurse werde wesentlich geringer sein. Etablierte und neue Firmen müssten in Zukunft kooperieren.

"Wir denken, dass sich die beiden Bereiche befruchten werden", sagte Roman Zeller, e-Business-Berater von B&C, am Mittwoch in München bei der Vorstellung einer Umfrage unter 75 Internet-Start ups. B&C-Deutschland-Direktor Fritz Seikowsky ergänzte, Zusammenschlüsse seien auch unter den Start-ups unausweichlich. Zudem empfehle er Parterschaften mit etablierten Unternehmen, die dann auch für die Kapitalausstattung sorgen könnten. Dies sei vor allem vor dem Hintergrund bedeutend, dass 64 % der befragten Start-Firmen von den Leistungen sogenannter Wagnis-Kapitalgeber enttäuscht seien. "Da wird viel versprochen und letztlich nicht gehalten."

Künftig werde der Verkauf oder die Einbringung in eine bestehende Firma der "Old Economy" häufig die bessere Alternative zu einem Börsengang eines Internet-Start-ups sein, sagte Seikowsky. Die etablierten Unternehmen könnten so Geschäftsfelder ins Internet auslagern. Die Start-ups benötigten wiederum neue Geschäftsmodelle, da die Finanzierung über Bannerwerbung nicht ausreichend sei. Insgesamt werde künftig wieder mehr auf reale Kennzeichen der "Old Economy" geachtet, wie beispielsweise Umsatz und nicht Click-Raten.

Eine der größten Herausforderung für Internet-Jungfirmen ist B&C zufolge der hohe Personalbedarf. Die Mitarbeiterzahl bei den Start-ups von rund 20 000 Mitarbeiter werde sich innerhalb des kommenden Jahres verdoppeln, sagte Zeller unter Berufung auf die Studie. Deshalb werde es zwischen "Old" und "New Economy" zu einem heftigen Kampf um Management-Talent kommen. Derzeit seien die Gründer im e-Business-Bereich im Durchschnitt 32 Jahre alt und hätten bereits zu mehr als 80 % Berufserfahrung. Etwa ebenso viele hätten ein abgeschlossenes Hochschulstudium.

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