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10.07.2000

19:20 Uhr

Zusammenarbeit mit Siemens im elektronischen Bereich

DG Bank und Siemens werden Partner bei mobilen Bankgeschäften

Mit einem Betrag in dreistelliger Millionenhöhe machen die DG Bank und Siemens im Bankgeschäft mobil.

fs/um MÜNCHEN/FRANKFURT. Der Siemens-Konzern und die DG Bank Deutsche Genossenschaftsbank AG wollen im Rahmen einer strategischen Allianz spezifische Hard- und Softwareprodukte für elektronisch gestützte und mobile Bankgeschäfte entwickeln. Rudi Lamprecht, Vorstand des Siemens - Bereichs Information und Communication Mobile (ICM), strebt innerhalb von zwei bis drei Jahren am Weltmarkt für Mobiles Banking (geschätztes Volumen: 50 bis 60 Mrd. Euro) einen Anteil von 10 bis 15 % an. Siemens sei jedoch nicht auf Exklusivität beschränkt, führte der Manager an.

ICM deckt das komplette Mobilfunkgeschäft ab, mit Kommunikations-Endgeräten, Netztechnik und mobilen Internetlösungen. Die DG Bank bringt ihr Finanz-Know how und ihren Marktzugang in die Allianz ein. Die genossenschaftliche Bankengruppe betreut 30 Millionen Kunden in Deutschland und fast 100 Millionen europaweit.

Die geplanten Investitionen beziffern Siemens und DG Bank vage als "DM-Betrag in dreistelliger Millionenhöhe". Koordiniert wird die Zusammenarbeit über ein Büro, in das beide jeweils zwei Teams entsenden. Erste Ergebnisse werden im Oktober erwartet. Dann können Kunden der Raiffeisenbank Obernburg in einem Pilotprojekt Börseninformationen bekommen, Aktien handeln und Aktien per Siemens-Mobiltelefon zeichnen. Mit welchem Mobilfunkanbieter die Kooperation zusammenarbeiten wird, steht noch nicht fest. Laut DG-Vorstand Berthold Eichwald wird geprüft, "ob eine Dreier-Allianz zweckmäßig ist oder ob wir für alle Mobilfunkanbieter offen sind". Eine Entscheidung falle in der zweiten Jahreshälfte.

Die strategische Partnerschaft mit Siemens ist nur einer von vielen neuen Schritten der DG Bank im Internet. Neben der Möglichkeit, im Netz Aktien zu zeichnen (Handelsblatt, 10.7.2000), sieht Vorstandsmitglied Berthold Eichwald noch andere Möglichkeiten. Zum einen sei der Aufbau einer Business-to-Business- Plattform (B2B) geplant. Ferner wolle man "Vertriebskontaktpunkte" herstellen. Er könne sich auch vorstellen, in Bereiche vorzudringen, die nicht originär mit Banken in Verbindung gebracht werden. Wie das aussehen könnte, ließ Eichwald jedoch offen. Wichtig für die Bank sei bei diesem Thema eine europäische Lösung. Vor jeder möglichen Zusammenarbeit müsse mit anderen Partnern aus dem europäischen Verbund abgestimmt werden, "um Redundanzen zu vermeiden", wie er sagte.

Zu den Plänen der DG Bank, im Netz Zeichnungsmöglichkeiten anzubieten, äußerten sich Konkurrenten der Internet-Emissionshäuser gelassen. "Die DG Bank wird weiterhin per Losverfahren zuteilen", sagte Stefan Albrecht, Geschäftsführer von Net.Ipo, die ihre Tranchen nach qualitativen Kriterien platzieren. "Der Effekt auf unser Geschäft bleibt gering." Auch Tobias Bosler, Direktor des Konsortialgeschäfts des Virtuellen Emissionshauses, sieht keine Gefahr durch Banken, die in das Internet-IPO-Geschäft einsteigen. Der Vorteil seines Hauses bestehe darin, dass es "bankenunabhängig platziere".

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