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24.01.2003

08:21 Uhr

Zuversicht vor Hauptversammlung

Mobilcom reißt UMTS-Netz notfalls ab

Die Büdelsdorfer Mobilcom AG sucht dringend einen Käufer für ihr UMTS-Netz mit seinen bereits 900 fertiggestellten Basisstationen. "Wenn wir bis Ende März keinen Investor gefunden haben, müssen wir das UMTS-Netz abreißen", sagte Thorsten Grenz, Vorstandschef der Mobilcom AG, dem Handelsblatt.

lip HAMBURG. Grund hierfür ist, dass der französische Anteilseigner France Télécom den Netzbetrieb nur bis zum Jahresende unterstützt. Danach müsste Mobilcom den Weiterbetrieb selber finanzieren. Denn Grenz rechnet nicht damit, eine Bank zu finden, die Mobilcom für UMTS Geld leiht. Da die Büdelsdorfer aber selbst nicht über entsprechende Reserven verfügen, bleibt der Gesellschaft ohne Investor nur eine Alternative: "Der Abriss würde rund neun Monate in Anspruch nehmen, so dass wir damit Ende März beginnen müssten", so Grenz.

Das Geld hierfür bekäme Mobilcom von France Télécom. Denn die Franzosen haben mit den Büdelsdorfern vereinbart, für den Weiterbetrieb des Netzes bis Jahresende und den möglichen Abriss einen Betrag von insgesamt 370 Mill. Euro zur Verfügung zu stellen.

Doch Grenz geht nicht davon aus, dass dieser Fall eintritt. "Ich rechne damit, dass wir bis Ende März zumindest einen Käufer für das UMTS-Netz gefunden haben", sagt der Vorstandschef. Nach Informationen des Handelsblatts interessieren sich hierfür vor allem die KPN-Tochter E-Plus sowie 02, die ehemalige Viag Interkom.

Im Idealfall hofft Grenz aber, dass er auch für die UMTS-Lizenz einen Investor findet. "Wir haben an 18 potenzielle Käufer ein Verkaufsmemorandum geschickt." Es sehe den Verkauf der Mobilcom Multimedia GmbH sowie des UMTS-Netzes vor. Die Multimedia GmbH ist eine direkte Konzerntochter, ihr gehört die für 8,5 Mrd. Euro ersteigerte UMTS-Lizenz. Denn im Gegensatz zu anderen Telekomfirmen ist bei Mobilcom nicht die AG Inhaberin der UMTS-Rechte. "Dies erleichtert einen Verkauf an einen ausländischen Interessenten", so Grenz. So sei kein Beschluss der Hauptversammlung notwendig, um die Lizenz aus der AG herauszutrennen.

Keine Sorgen macht sich der Mobilcom-Chef für die kommende Hauptversammlung am Montag. Er geht davon aus, dass die Aktionäre die Beschlüsse zur Entschuldung der Gesellschaft durch den Pariser Anteilseigner absegnen werden. "Ich gehe davon aus, dass alles glatt über die Bühne geht", betont Grenz.

Dennoch bestehe noch ein Restrisiko. So könne möglicherweise der Firmengründer Gerhard Schmid die Beschlüsse anfechten. In diesem Fall drohe die Gefahr, dass France Télécom der Schuldenübernahme auf ihrer Hauptversammlung im Februar nicht zustimmt.

Quelle: Handelsblatt

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