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21.01.2003

14:25 Uhr

"Zuviel Geld in Internet-Projekte gesteckt"

Telegate setzt auf Wachstum im Ausland

Nach einem Jahr der Konsolidierung will der Auskunftsanbieter Telegate 2003 wieder langsam im Ausland expandieren.

Reuters MARTINSRIED. Ab Februar werde die Telefonauskunft auch in Österreich erreichbar sein, sagte der neue Vorstandsvorsitzende Andreas Albath am Dienstag in Martinsried bei München. "Wir erwarten durch unseren Eintritt in den österreichischen Markt zunächst rund eine Million zusätzliche Anrufe pro Jahr". Neue Investitionen seien nicht nötig, weil die Anrufe an Call-Center in Deutschland weitergeleitet würden.

Auch in Großbritannien sei Telegate nach jahrelanger Vorarbeit seit Dezember mit einer Auskunftsnummer vertreten. 20 bis 25 Millionen Anrufer, was einem Marktanteil von drei Prozent entspreche, müsse Telegate dort pro Jahr gewinnen, um profitabel arbeiten zu können. Zudem setze Telegate weiter auf Spanien und Italien, wo die Gesellschaft bereits mit einem eigenen Auskunftsdienst vertreten ist.

In die USA wolle das Unternehmen nach Anlauf-Investitionen von 50 bis 60 Millionen Euro dagegen kein weiteres Geld stecken. Die Hoffnung auf eine Liberalisierung des Auskunftsnetzes habe sich nicht erfüllt, kommentierte Albath die Entwicklung auf dem US-Markt. Auch in Europa hätten sich die Erwartungen auf eine Freigabe der Auskunftsdienste vielfach nicht erfüllt. Ein Fehler sei es auch gewesen, zuviel Geld in Internet-Projekte zu stecken, die wenig Profitabilität versprochen hätten, sagte Albath, der im Januar die Firmenleitung von Klaus Harisch übernommen hat. Unter Harisch war Telegate durch einen starken Expansionskurs in Schwierigkeiten geraten. Seit Vorlage der Halbjahreszahlen 2001 fährt das Unternehmen einen Sparkurs.

Albath bekräftigte, das Unternehmen wolle 2002 ein Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) zwischen fünf und zehn Millionen Euro erzielen. Diese Prognose werde am "oberen Rand" erfüllt. Nach neun Monaten betrug das Ebitda 8,6 (Vorjahr: minus 10,8) Millionen Euro. Das Unternehmen legt seine Jahreszahlen am 27. Februar vor.

Die am Neuen Markt notierten Telegate-Aktien lagen am Nachmittag über sechs Prozent im Minus bei 2,83 Euro.

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