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31.01.2001

16:15 Uhr

Zuwachs bei Luxusuhren

Swatch rechnet für 2000 mit Rekordgewinn

Der Schweizer Uhrenkonzern Swatch Group hat im Geschäftsjahr 2000 dank einem kräftigen Zuwachs bei den Luxusuhren mit 4,26 Mrd. sfr einen Rekordumsatz erzielt.

Reuters BIEL. Swatch rechnet nach weiteren Firmenangaben vom Mittwoch trotz "einiger weniger Problemfelder" auch bei Betriebsergebnis und Reingewinn mit substantiell über den Vorjahreszahlen liegenden Rekordwerten. Der Gewinn dürfte mit den Erwartungen der Analysten übereinstimmen, sagte Swatch-Finanzchef Edgar Geiser. Für 2001 bleibt Geiser angesichts der Konjunkturunsicherheiten vorsichtig.

Finanzanalysten rechnen für 2000 mit einem Reingewinn von 630 (Vorjahr 441) Mill. und einem Betriebsgewinn (EBIT) von 700 (511) Mill. sfr. 1999 betrug der Gewinn 441 Mill. und der Betriebsgewinn lag bei 511 Mill. sfr.

Der Umsatzanstieg im Berichtsjahr betrug 17,6 % im Vergleich zu den 3,63 Mrd. sfr des Vorjahres. Im laufenden Jahr rechnet der Bieler Konzern mit einer Umsatzsteigerung von zwischen zehn und 15 %. Damit bewegt sich Swatch nach Geisers Ausführungen auf der vorsichtigen Seite: "Das ist eine Rückkehr zu normalen Verhältnissen", sagte Geiser. "Wir sind optimistisch, aber vorsichtig". Schliesslich sei nicht klar, was in den USA und in Asien geschehe und ob die Konjunktur in Europa wirklich anziehe.

Der Analyst Patrik Schwendimann von der Zürcher Kantonalbank hält das Umsatzziel von zehn bis 15 % für das laufende Jahr für sehr ambitiös. Zwar sei Europa der wichtigste Markt. Aber auf der Währungsseite würden von Dollar und Yen keine positiven Effekte mehr ausgehen. Zudem bestehe in den USA ein konjunkturelles Risiko. Bereits im Jahr 2000 schwächte sich der positive Währungseffekt den Swatch-Angaben zufolge gegen Jahresende auf deutlich unter vier Prozent ab.

Dieter Winet von der Bank Pictet hingegen hielt das Umsatzziel von Plus zehn bis 15 % für dieses Jahr für erreichbar auch bei einer Abschwächung der Konjunktur. Der gleichen Auffassung ist die Genfer Bank Lombard Odier. Auch sie hält das Umsatzziel für realistisch.

Die Umsatzzahlen für 2000 lagen größtenteils im Rahmen der Erwartungen von Analysten. "Die einzelnen Sparten haben sich wie erwartet entwickelt", sagte Paola Orler von der Banca del Gottardo. Das Kursniveau sei gerechtfertigt und die Bank werde ihre Einstufung "Neutral" beibehalten.

Für die Bank Pictet liegt jedoch der Bereich Uhrenproduktion (Werke, Komponenten) massiv unter den Erwartungen. "Wir haben wegen der starken kompetitiven Position des Unternehmens damit gerechnet, dass Preiserhöhungen möglich sind", sagte Winet.

Zum Wachstum der Swatch Group hätten alle Bereiche beigetragen, erklärte der Konzern. Der grösste Umsatzträger der Gruppe, der Bereich Fertiguhren, konnte den Umsatz um 14,3 % auf 3,12 Mrd. steigern. Die Marken des obersten Luxussegmentes trugen mit einer Umsatzsteigerung von über 30 % zu dieser Entwicklung bei. Überdurchschnittlich stark entwickelt habe sich die Marke Breguet, Omega habe "grosse Erfolge" erzielt und Rado entwickle sich solide. Das mittelpreisige Segment erzielte ebenfalls zweistellige Wachstumsraten. Hier habe vor allem die Marke Tissot zu Buche geschlagen. Im Basis-Marktsegment schwächten sich die Verkäufe in Westeuropa leicht ab. Dies gelte für das gesamte Verkaufsnetz ausser den Swatch Stores: In den eigenen Läden habe das Unternehmen eine "gute" Wachtumsrate erzielt. Alle Märkte ausserhalb Westeuropas wiesen ebenfalls Wachstum auf.

Der Umsatz im Bereich Uhrwerke und Komponenten stieg um 18,7 % auf 1,412 Mrd. sfr. Auch hier trug vor allem das gehobene Preissegment zur Umsatzsteigerung bei. Im Bereich elektronische Systeme wuchs der Umsatz um 24,1 % auf 468 Mill. sfr.

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