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12.06.2000

13:33 Uhr

Zuwachs durch Irak

Ölproduktion der Opec gestiegen

Pläne zu Drosselung des Ölpreisanstiegs werden nach Aussage von Opec-Generalsekretär Lukman nicht vor dem Treffen am 21. Juni umgesetzt.

dpa-afx/Reuters NIKOSIA/CALGARY. Die Produktion der Organisation Erdöl exportierender Lander (Opec) ist im Mai auf 28,31 Mill. Barrel (159 Liter) täglich gestiegen. Das entspricht einem Zuwachs von 610.000 Barrel am Tag verglichen mit dem Vormonat, berichtete der "Middle East Economic Survey" (MEES) am Montag in Nikosia. Das auf Zypern herausgegebene Blatt schrieb, von dieser Menge stammten etwa zwei Drittel (400.000 Barrel am Tag) aus dem Irak. Die Produktion der elf Opec-Staaten ist seit Januar kontinuierlich um 2,23 Mill. Barrel täglich gestiegen.



Vor Opec-Sitzung keine Maßnahmen gegen Ölpreisanstieg

Pläne zu Drosselung des Ölpreisanstiegs Opec werden nach Aussage von Opec-Generalsekretär Rilwanu Lukman nicht vor dem Treffen am 21. Juni in Wien umgesetzt. Lukman sagte am Sonntag in Calgary, der sogenannte "Preisband-Mechanismus" sei immer ein informeller Plan gewesen. "Wir stehen sehr kurz vor dem Treffen und ich sehe nicht, dass die Opecvor dem 21. Juni irgend etwas Ungewöhnliches unternehmen sollte", sagte Lukman, der an einer Ölkonferenz in Kanada teilnimmt.

Die Pläne sehen vor, dass die Opec die Fördermenge um 500 000 Barrel Öl pro Tag (1 Barrel = 159 Liter) anhebt, wenn der Durchschnittspreis für Opec-Öl über 28 $ je Barrel steigt.



Rohölpreis nimmt erneut 30-Dollar-Hürde

Der Preis für die international führende Rohölsorte Brent hat am Montag unterdessen bereits die Hürde von 30 $ für ein Barrel (159 Liter) genommen - ohne dass die Opec gehandelt hätte. Händlern an der Londoner Terminbörse International Petroleum Exchange (IPE) zufolge nutzen die Marktteilnehmer derzeit jede Gelegenheit und jede Ausrede, um den Preis weiter nach oben zu treiben. Bis gegen Mittag zog der Preis für die richtungweisende Sorte Brent in London auf 30,18 $ je Barrel an und kostete damit 60 Cents mehr als bei Geschäftsschluss am Freitag.

Durch einen Streik der Arbeiter im norwegischen Draugen-Ölfeld seit dem Wochenende fehlen dem Markt nach Angaben von Händlern zudem täglich 225 000 Barrel Öl. Die Ungewißheit um den Ausgang des Arbeitskampfes, die während der Sommermonate ohnehin hohe Nachfrage nach Benzin und das bislang unklare Verhalten der Opec trieben die Preise auf ihr höchstes Niveau seit März vor dem letzten Treffen des Ölkartells und dessen Beschluss, die Förderung anzuheben. Zwar hatte die OPEC damals beschlossen, bei einem Überschreiten der Marke von 28 $, oder einem Rückgang des Preises unter 22 $ je Barrel regulierend tätig werden zu wollen, doch ist Händlern zufolge davon bislang nichts zu sehen. Offenbar müsse der Preis noch weiter anziehen, bevor die Opec bereit sei, zu handeln, sagte Peter Rehmer, Energiespezialist beim US-Analysehaus Elliot Wave International.

Einige Händler gehen davon aus, dass Saudi-Arabien als weltgrößter Ölexporteur unter den Opec-Mitgliedern für eine Aufstockung der Produktion um täglich 500 000 Barreel wirbt. Der einflussreiche Brancheninformationsdienst Middle East Economic Survey (MEES) berichtete am Montag, die USA als größter Ölverbraucher forderten von der Opec eine Anhebung der Förderung um mehr als 500 000 Barrel täglich, um befürchteten Engpässen in der Spitzenverbrauchszeit im Sommer entgegenzuwirken.

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