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30.01.2003

18:45 Uhr

Zwei Angebote für Bankgesellschaft Berlin

Lone Star meldet sich wieder zurück

Das Rennen um die finanziell angeschlagene Bankgesellschaft Berlin scheint mit Ablauf der Frist für Übernahmeangebote wieder offen.

Reuters LONDON/BERLIN. Während das US-Konsortium BGB Capital Partners am Donnerstag erwartungsgemäß eine Offerte abgab, kündigte überraschenderweise auch die texanische Investmentgesellschaft Lone Star ein Angebot an. Die Gruppe hatte sich noch im Dezember aus dem Verfahren der Unternehmensprüfung (Due Diligence) der Bankgesellschaft zurückgezogen und dies damit begründet, nicht genügend notwendige Informationen erhalten zu haben.

Lone-Star-Europa-Chef Roger Orf sagte Reuters nun: "Wir machen ein Angebot ohne Bedingungen, also ohne eine staatliche Risikobeteiligung." Insgesamt stehe die Offerte aber unter dem Vorbehalt, dass Lone Star die angeforderten Informationen zur Due Diligence bekomme.

Die Senatsfinanzverwaltung lehnte einen Kommentar zu der Ankündigung von Lone Star ab und bestätigte zunächst auch nicht den Eingang der Angebote. Das Land hält rund 81 Prozent an der Bank und hatte bis Ende Januar konkrete Angebote verlangt, die in den nächsten vier Wochen vom Finanzsenat bewertet werden sollen. Danach soll es eine Empfehlung für den Senat geben.

Anders als Lone Star hatte das Konsortium BGB Capital Partners um den US-Banker Christopher Flowers und die Beteiligungsgesellschaft Texas Pacific Group (TPG) zuletzt deutlich gemacht, dass es das Land an künftigen Risiken der Bankgesellschaft beteiligen wolle. Das Land allerdings haftet bereits in den nächsten 30 Jahren für Altimmobilien-Risiken der Bank mit bis zu 21,6 Milliarden Euro. Ein Sprecher von BGB Capital Partners sagte, das Angebot gelte für die Bank als Ganzes. Weitere Einzelheiten nannte er nicht.

Orf kündigte an, dass Lone Star weiter sein Konzept des "klaren Schnittes" verfolge und auf eine zusätzliche Risikobeteiligung des Landes verzichte. "Wir müssen unsere Due Diligence machen. Das letzte Mal hatten wir das Gefühl, dass es uns nicht erlaubt war, dies gründlich zu tun." Der Vorstand der Bankgesellschaft habe in der Vergangenheit die Herausgabe bestimmter Informationen verweigert.

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