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27.01.2003

06:03 Uhr

Mehr als drei Jahre haben sie gestritten, ungezählte Einigungsversuche sind gescheitert, und der Disput ist am Ende zu einer Farce verkommen. Jetzt hat das Landgericht München dem Streit zwischen dem Mobilfunknetzbetreiber O2 (ehemals Viag Interkom) und dem Mobilfunkdienstleister Debitel ein vorläufiges Ende bereitet - mit der Entscheidung: O2 ist grundsätzlich zur Zusammenarbeit mit Debitel verpflichtet. So kann das Stuttgarter Unternehmen künftig Produkte von O2 auf eigene Rechnung vermarkten. Genau das hat Debitel auch seit Jahren gefordert. Kein Wunder also, wenn das Unternehmen jetzt sagt, man habe vor Gericht "einen haushohen Sieg" errungen.

Damit wird man aber der Sache wohl nicht gerecht, denn auch O2 fühlt sich als Sieger: Der Mobilfunker sei Debitel gegenüber nicht zur Zahlung von Schadensersatz für entgangene Gewinne verpflichtet worden und müsse sich auch nicht die Bedingungen für die Vermarktung der eigenen Dienste diktieren lassen, so O2. Beide Streithähne fühlen sich also als Gewinner. Eine bessere Entscheidung kann ein Richter ja gar nicht treffen. Was will man mehr? O2 will der alleinige Sieger sein, so scheint es. Denn das Unternehmen überlegt, ob es in Berufung gehen soll. Die nächste Folge dieser unendlichen Geschichte ist damit wohl schon programmiert.

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